Wirtschaft
Der EZB-Rat will seine wachstumsfördernde Geldpolitik so lange wie erforderlich beibehalten und damit zur Konjunkturerholung im Euroraum beitragen.
Der EZB-Rat will seine wachstumsfördernde Geldpolitik so lange wie erforderlich beibehalten und damit zur Konjunkturerholung im Euroraum beitragen.(Foto: dpa)

US-Jobdaten enttäuschen: Euro gewinnt an Wert

Die neuesten Nachrichten vom Arbeitsmarkt sorgen am Devisenmarkt für lange Gesichter. Der Aufbau bremste im Dezember überraschend stark. Der Dollar gerät deshalb unter Druck.

Nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ist der Euro knapp unter die Marke von 1,37 Dollar gestiegen. Weil die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Dezember nur um 74.000 zugelegt hatte und nicht wie erwartet um 197.000, geriet der US-Dollar unter starken Verkaufsdruck und der Kurs des Euro sprang im Gegenzug über einen US-Cent nach oben.

Am Nachmittag kletterte die Gemeinschaftswährung auf 1,3687 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einer Woche. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs noch auf 1,3587 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7360 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82800 britische Pfund, 142,67 japanische Yen und 1,2342 Schweizer Franken fest.

"Der extreme Kälteeinbruch hinterließ im Dezember tiefe Bremsspuren am amerikanischen Arbeitsmarkt", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Bei den Daten seien "wetterbedingte Verzerrungen" am Werk gewesen. Der Arbeitsmarkt ist von entscheidender Bedeutung für den weiteren Kurs der Notenbank Fed. Allgemein gilt ein monatlicher Aufbau von etwa 200.000 neuen Stellen als Voraussetzung dafür, dass die Fed ihre extrem lockere Geldpolitik im Jahresverlauf schrittweise zurückfährt. In diesem Fall erwarten viele Währungsexperten einen zusehends festeren Dollar.

Norwegische Krone unter Druck

Derweil fällt die Norwegische Krone in Reaktion auf die Bekanntgabe der Verbraucherpreise deutlich zurück, sie sind im Dezember um 0,1Prozent gesunken. Die Krone tendiert bei 8,42 je Euro nach zuvor rund 8,38. Die Krone habe bereits einen schweren Start ins neue Jahr gehabt, denn die Fundamentaldaten hätten bislang nicht überzeugen können, so die Commerzbank. Nachdem der Markt gegenüber der Krone also sowieso skeptisch eingestellt gewesen sei, werde sie nun abgestraft. Kurse über 8,50 halten die Analysten aus fundamentaler Sicht aber nicht für gerechtfertigt.

Bereits im Dezember habe die Notenbank den Zinspfad und die Projektionen für Wachstum und Inflation für 2014 gesenkt. Um die Norges Bank von ihrem Pfad abzubringen, der unveränderte Zinsen bis Sommer 2015 und danach graduelle Zinserhöhungen vorsehe, müssten die Inflationsraten aber "schon recht markant und deutlich unter 2 Prozent fallen", so die Analysten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen