Wirtschaft
Beginnt 2015 die große Zinswende? Janet Yellen skizziert den Zeitplan.
Beginnt 2015 die große Zinswende? Janet Yellen skizziert den Zeitplan.(Foto: imago/Xinhua)

Die USA saugen Investitionen an: Euro gibt deutlich nach

Die Aussagen von Fed-Chefin Yellen zum weiteren Kurs der US-Geldpolitik lösen im Handel mit Devisen reichlich Wirbel aus. Der Euro fällt auf ein Zwei-Wochen-Tief. Die Schweiz hält den Franken weiter eng am Zügel.

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3762 (Mittwoch: 1,3913) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7266 (0,7188) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83455 (0,83680) britische Pfund, 140,85 (141,31) japanische Yen und 1,2190 (1,2167) Schweizer Franken fest.

Die Aussichten auf eine bald bevorstehende Zinswende in den USA bleibt auch am Tag nach dem stabilen März-Entscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das beherrschende Thema an den Devisenmärkten. Währungsstrategen scheinen ihre Positionen nach den Signalen zum Exit-Zeitplan grundlegend neu zu sortieren.

Im späten Verlauf am Nachmittag gibt der Kurs des Euro um 0,3 Prozent nach auf 1,3778 Dollar. Am Vorabend hatte der Euro in der Spitze noch bei 1,3845 Dollar notiert.

Die Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen zur US-Geldpolitik haben den Euro stark unter Druck gesetzt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde unmittelbar nach ihren Äußerungen noch mit 1,3840 US-Dollar gehandelt. Im asiatischen Handel war der Euro dann bereits bis auf 1,3814 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch noch auf 1,3913 (Dienstag: 1,3902) Dollar festgesetzt.

Für Experten liegen die Zusammenhänge auf der Hand: Ein steigender Leitzins macht Investitionen in den USA perspektivisch wieder attraktiver. Dazu kommt die neue Konjunkturzuversicht, auf die sich eine solche Zinsanhebung stützen muss.

Die Fed stellt für 2015 erste Zinserhöhungen und damit ein baldiges Ende der historischen Niedrigzinsphase in Aussicht. Im fernöstlichen Devisenhandel legte der Dollar daraufhin deutlich zu. Zur japanischen Währung tendierte der Dollar bei 102,40 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei 0,8814 Franken je Dollar und bei 1,2179 Franken je Euro.

Die US-Notenbank will ihre Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik fortsetzen. Bei der ersten Ratssitzung unter Vorsitz der neuen Präsidentin Janet Yellen wurde eine Drosselung der Wertpapierkäufe um weitere 10 Milliarden Dollar im Monat beschlossen. Zugleich blieb der Leitzins bei praktisch null.

"Schwammige" Zinsängste

Analysten hatten diese Entscheidungen zwar erwartet, dennoch sprachen Händler von der Sorge, die Federal Reserve könnte die Zinsen schneller als vom Markt erwartet erhöhen. Immerhin sah eine Mehrheit der Fed-Vertreter den Leitzins Ende 2015 bei 1 Prozent oder gar darüber. Zudem ließ die Fed das Ziel einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent als Voraussetzung für erste Zinserhöhungen fallen.

Die US-Notenbank hat gleichzeitig ihre Wachstumsprognosen bis 2016 etwas gesenkt. Manche Beobachter hatten sich klarere Ansagen der Fed erhofft. "Der Zinsausblick war etwas schwammiger als erwartet. Anleger, die auf einen Yellen-Effekt zur Stützung der Märkte gesetzt hatten, dürften enttäuscht sein. Allerdings deutet auch nichts auf eine schnellere Zinsanhebung hin. Die Marktreaktion war ein Reflex", versuchte Portfoliostratege Brian Jacobsen von Wells Fargo Funds Management die Stimmung einzufangen.

Wegen des zwischenzeitlich etwas schwächeren Arbeitsmarkts waren Spekulationen aufgekommen, die Fed könne bei ihrer Straffung der Geldpolitik eine Pause einlegen. Doch Yellen führte die jüngste Reihe schwacher Wirtschaftsdaten auf das kalte Winterwetter und nicht auf strukturelle Probleme zurück.

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Quelle: n-tv.de

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