Wirtschaft
Proteste auf Zypern gegen die Zwangsabgabe auf Bankguthaben.
Proteste auf Zypern gegen die Zwangsabgabe auf Bankguthaben.(Foto: picture alliance / dpa)

Warten auf Plan B: Euro gräbt sich ein

Die Finanzmärkte schauen gebannt nach Zypern. Nach dem Votum des zyprischen Parlaments gegen den vereinbarten Rettungsplan heißt es Warten auf Plan B. Wie will das klamme Mittelmeerland die Bedingungen für das Hilfspaket der Eurogruppe erfüllen?

Der Euro hat seine Talfahrt zum Dollar trotz der zugespitzten Lage in Zypern vorerst beendet. Allerdings blieb die europäische Gemeinschaftswährung unter der Marke von 1,29 US-Dollar und notierte am Morgen in Fernost mit 1,287 Dollar stabil zum Vorabend.

Die zyprische Regierung lehnte die geplante Zwangsabgabe auf Bankguthaben im Gegenzug für die Hilfen seiner Euro-Partner am Vortag zwar ab und stellte damit das Rettungspaket wieder in Frage. An den Finanzmärkten wurde jedoch mit einer kurzfristigen Lösung gerechnet.

"Die Europäer sind schon so oft mit Last-Minute-Lösungen gekommen, und das ist auch der Grund, warum es hier jetzt nicht aggressiv weiter bergab geht", sagte Callum Henderson von Standard Chartered in Singapur. "Aber je länger Europa mit einem Plan B auf sich warten lässt, desto größer wird das Risiko eines drastischen Euro-Kursrutsches."

Zum Yen notierte die US-Währung mit 95,08 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9477 Franken je Dollar und bei etwa 1,2198 Franken je Euro.

Bei der Abstimmung stimmte kein einziger Abgeordneter für die Bedingungen. Kurz zuvor war der Euro wegen Marktgerüchten unter Druck geraten, wonach der zyprische Finanzminister Michalis Sarris seinen Rücktritt eingereicht habe. Dies hatte Sarris dann jedoch dementiert.

Devisenexperte Stephan Rieke von der BHF-Bank sieht in einer Zwangsabgabe Probleme auf die Eurozone und den Euro zukommen, weil damit das Vertrauen in Bankeinlagen generell geschwächt worden sei. Sollte es in Ländern wie Italien oder Spanien zu erneuten Problemen kommen, könnte das Bankensystem schneller als bisher durch Geldabflüsse unter Druck geraten. "Diese Abgabe lastet auf dem Euro, da hier ein Präzedenzfall geschaffen wurde", sagte Rieke.

Quelle: n-tv.de

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