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Trotz gezündeter SparbombeEuro hält die Linie

04.03.2013, 16:41 Uhr
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Die USA sind mit ihrem Haushalt beschäftigt, die Chinesen mit ihrem Immobilienmarkt: Der Euro hält sich bei 1,30. (Foto: REUTERS)

US-Präsident Obama muss die befürchtete "Sparbombe" zünden, doch Devisenmärkte scheinen bislang ohne große Veränderungen in die neue Handelswoche zu steuern. Bleibt der große Knall aus?

An den Devisenmärkten zeigen sich die großen Weltwährungen von milliardenschweren Ausgabenkürzungen im US-Haushalt wenig beeindruckt. Am Nachmittag notiert der Euro zum US-Dollar wenig verändert bei 1,3008 US-Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung am Freitag in der Spitze zwischen 1,30 und 1,31 US-Dollar gependelt war. Auch zum Yen und Schweizer Franken gibt es nur wenig Bewegung.

Die Europäische Zentralbank (EZB) errechnete für den Euro am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,3007 (Freitag: 1,3000) Dollar. Die US-Währung kostete damit 0,7688 (0,7692) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86400 (0,86470) britische Pfund, 121,67 (120,53) japanische Yen und 1,2256 (1,2245) Schweizer Franken fest.

US-Präsident Barack Obama musste nach gescheiterten Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern die erste Runde von Kürzungen im laufenden Haushaltsjahr von 85 Mrd. US-Dollar in Gang setzen. An den Märkten galt diese Situation als Schreckensszenario, da massive Einsparungen im US-Etat stets als negativer Impuls für die Konjunkturentwicklung der USA und damit auch für die Weltwirtschaft gefürchtet wurden. In den kommenden zehn Jahren stehen die USA vor Einsparungen in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar.

Obwohl die Einsparungen nun vorerst beschlossene Sache sind, hoffen Marktteilnehmer unverändert auf eine Einigung: Der Kongress kann die Einsparungen nach dem Rasenmäherprinzip jederzeit stoppen, wenn sich Republikaner und Demokraten auf alternative Wege zur Sanierung der Staatsfinanzen einigen können.

Marktteilnehmern zufolge spielen zu Wochenbeginn statt der US-Ausgabenkürzungen vielmehr europäische Konjunkturdaten vom Freitag eine Rolle. Am Devisenmarkt wirken laut Händlern der auf eine Rezession deutende Konjunkturindex der europäischen Einkaufsmanager nach. In den USA fiel der entsprechende Indikator dagegen besser aus als gedacht. Auch die Verbraucher fassten aktuellen Erhebungen zufolge wieder Vertrauen.

Lockerungsübungen in Japan

Wenig verändert präsentiert sich auch die japanische Währung Yen. Zum US-Dollar wird sie bei 93,60 Yen gehandelt, ein Euro kostet 121,83 Yen. Der mögliche neue Chef der japanischen Notenbank will im Kampf gegen Deflation und Konjunkturflaute wie erwartet die Notenpresse schneller rotieren lassen. Zur weiteren Lockerung der Geldpolitik müsse die Zentralbank eine höhere Zahl an Anleihen kaufen, sagte Haruhiko Kuroda bei einer Anhörung vor dem Unterhaus des Parlaments. Umfang und Art der Anleihen, die die Bank derzeit erwerbe, reiche nicht aus, um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Daher müssten auch langlaufende Staatsanleihen ins Auge gefasst werden.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken bleiben Euro und US-Dollar gelassen. Ein Euro kostet im frühen Handel 1,2270 Franken. Ein Dollar kostet 0,9424 Franken.

Quelle: ntv.de, nne/rts