Wirtschaft
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Pfund-Abwertung geht "zu weit": Euro hält sich über 1,34

Die Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilisierung der Konjunktur in Europa stützt den Euro. Befeuert wird der Optimismus durch die Nachricht, dass die Banken der Eurozone ihre Kredite bei der EZB schneller zurückzahlen als gedacht. Etwas außer Kontrolle gerät derweil die Abwertung des Pfund.

Der Euro hat die starken Kursgewinne vom vergangenen Freitag halten können und ist deutlich über 1,34 US-Dollar in die neue Handelswoche gestartet. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3454 Dollar.

Am Freitag war der Euro nach einer weiteren Entspannung in der Euro-Schuldenkrise auf ein neues Elf-Monatshoch bei 1,3480 Dollar gesprungen, während die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am gleichen Tag auf 1,3469 (Donnerstag: 1,3349) Dollar festgesetzt hatte.

"Wie weit geht das noch?"

Diese Frage stellte sich am Morgen Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank mit Blick auf die Kursentwicklung des Euro. Als Grund für die jüngsten Kursgewinne nannte er unter anderem die Nachricht von Freitag, dass die Banken des Euroraums der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich mehr an Krisenhilfe zurückzahlen werden als erwartet.

Außerdem sorgte der Ifo-Konjunkturindex am Freitag für Begeisterung an den Börsen. Angesichts der größeren Risikofreude fiel der Bund-Future am Montagmorgen um 28 Ticks auf 142,22 Punkte.

Am Devisenmarkt werde mittlerweile immer häufiger 1,40 Dollar als nächste Zielmarke für den Kurs des Euro genannte, sagte Leuchtmann weiter.

 Zur japanischen Währung stieg der Euro auf 122,89 Yen. Die Valuta der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt geriet wegen der lockeren Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) auch zum Dollar weiter unter Druck, der auf bis zu 91,25 Yen kletterte und damit ein neues Zweieinhalb-Jahres-Hoch erreichte.

"Pfundabwertung geht zu weit"

Das Einschlagen auf das britische Pfund gerät unterdessen nach Einschätzung der Standard Bank etwas außer Kontrolle. Die Devisenexperten rechnen damit, dass der Euro auf Sicht wieder auf unter 0,80 Pfund zurückkommen wird, wenngleich kurzfristig eine Handelsspanne von 0,85 bis 0,90 Pfund zu erwarten sei.

"Die schwachen BIP-Daten vergangene Woche dürften zwar die Sorge vor einem dritten Rückfall in die Rezession in Großbritannien verstärkt haben. Sollte dies aber eintreten, dann glauben wir, dass  der Eurozone das gleiche droht", so Stratege Steven Barrow.

Am Markt setzt sich zu sehr die Erwartung fest, dass sich eine Wachstumslücke auftut zwischen Großbritannien und der Eurozone. "Die wird es nicht geben und wenn sich diese Erkenntnis am Markt durchsetzt, wird das Pfund ein Comeback feiern", glaubt er. Aktuell geht der Euro mit 0,8547 Pfund um.

Quelle: n-tv.de

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