Wirtschaft
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Devisenmärkte starren auf G20: Euro hängt durch

Wie frei sind die Devisenmärkte? Die größten Industrie- und Schwellenländer wollen dazu auf dem G20-Treffen eine gemeinsame Position finden. Für den Euro geht es im Vorfeld des Treffens leicht abwärts, doch die Musik spielt einmal mehr vor allem beim Yen.

Der Euro hat am Freitag leicht im Minus notiert. Die Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,3350 US-Dollar und damit nur geringfügig weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3325 (Donnerstag: 1,3327) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7505 (0,7504) Euro. Der japanische Yen - Ausgangspunkt der immer intensiveren Debatte über einen vermeintlichen Währungskrieg - stieg zunächst auf ein Zweiwochenhoch, wertete dann aber wieder ab.

Am Freitag trafen die Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer (G 20) in Moskau ein. Ein großes Thema der Zusammenkunft, die bis Samstag dauert, wird die Entwicklung der Wechselkurse in den vergangenen Monaten sein. Insbesondere Japan wird vorgehalten, mit einer aggressiven Geldpolitik Druck auf den Yen auszuüben, um damit den heimischen Exporteuren Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Japan argumentiert hingegen, die Geldschwemme diene dazu, das unheilvolle Gemisch aus Deflation und Rezession hinter sich zu lassen.

Ob sich die G20 auf ein starkes Bekenntnis zu freien Wechselkursen werden einigen können, gilt als fraglich. Die Schwellenländer, deren Wachstum wesentlich von Rohstoffexporten abhängt, haben kein Interesse an einer starken eigenen Währung. In Europa hängt die Konjunkturerholung am seidenen Faden - jede Aufwertung des Euro verteuert die Ausfuhren und belastet damit das Wachstum. Die USA wiederum tragen mit ihrer seit Jahren expansiven Geldpolitik dazu bei, dass der Dollar unter Druck bleibt. Die Gespräche dürften damit alles andere als einfach verlaufen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86040 (0,85940) britische Pfund, 124,03 (124,39) japanische Yen und 1,2303 (1,2293) Schweizer Franken fest.

Quelle: n-tv.de

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