Donnerstag, 18. März 2010
Athen, Charttechnik, Zinsgerüchte: Euro im "Stop-Loss"-Sog
Das Thema Griechenland setzt dem Euro weiter zu. Verkaufsdruck generiert aber vor allem die Charttechnik und aufkommende Zinserhöhungs-Gerüchte in den USA.Der Bruch charttechnischer Unterstützungsmarken hat die Talfahrt des Euro beschleunigt. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf bis zu 1,3587 Dollar und lag damit knapp rund eineinhalb US-Cent unter dem New Yorker Vortagesschluss. "Der Rutsch unter die Marke von 1,3640 Dollar hat weitere Stop-Loss-Verkäufe ausgelöst", sagte ein Börsianer.
Spekulationen um eine unmittelbar bevorstehende Diskontsatz-Erhöhung in den USA taten das Übrige. Zur britischen Währung fiel der Euro sogar auf ein Drei-Wochen-Tief von 0,8922 Pfund.
Griechenland bleibt Thema
Für Unsicherheit am Markt sorgte zudem ein Agenturbericht, Griechenland müsse vielleicht schon an Ostern beim Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe bitten. "Euro-Verkäufe nahmen nach dem Bericht zu", sagte ein Devisenhändler. Daraufhin hätten zahlreiche Investoren Positionen auf einen steigenden Euro aufgelöst, die sie zuletzt eingegangen waren, nachdem sich die Aufregung um Griechenland etwas gelegt hatte. Am Dienstag hatte die Bestätigung der griechischen Bonitätsnote durch die Ratingagentur Standard & Poor's die Märkte beruhigt.
Ein Vertreter des Finanzministeriums in Athen wies den Bericht über den Hilferuf an den IWF zwar zurück, wonach das Land schon Ostern beim IWF anklopfen könnte, was aber den Eurokurs nicht positiv beeinflusste.
Franken zeigt Stärke
Zum Schweizer Franken setzte der Euro seine Talfahrt fort. Die Gemeinschaftswährung rutschte auf bis zu 1,4458 Franken von 1,4478 Franken am Vorabend. Damit notiert der Euro zur Schweizer Währung so niedrig wie seit Oktober 2008 nicht. Die Analysten der Commerzbank vermuten, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) wenig Motivation hat, sich der Stärke der eigenen Währung entgegenzustemmen - wie sie das bis vor kurzem noch relativ regelmäßig getan hatte. Händler vermuten, dass der Markt herausfinden will, wo für die Währungshüter die Schmerzgrenze liegt. Schon vorige Woche war der Euro unter 1,50 Franken gerutscht. Bislang war diese Marke von der Notenbank nach Angaben von Händlern verteidigt worden.
rts
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