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Devisen-VorschauEuro in Schwierigkeiten

13.03.2010, 09:26 Uhr

In der kommenden Woche bleibt der Euro unter Druck. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann die Gemeinschaftswährung weiter zum Dollar abwertet.

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(Foto: REUTERS)

Seit nunmehr rund drei Wochen bewegt sich der Wechselkurs von Euro zu Dollar in einer Spanne von 1,3430 Dollar bis 1,3750 Dollar. Die Risiken für die Gemeinschaftswährung haben sich mittlerweile aber eindeutig auf die Abwärtsseite verschoben. Fraglich bleibt nur, wann der Euro weiter zum Greenback abwerten wird. Anlässe dafür bietet die kommende Woche mit einer prall gefüllten Konjunkturdatenagenda jedenfalls gleich im Überfluss.

Unmissverständliches Anzeichen für eine nunmehr gegen die Gemeinschaftswährung gedrehte Stimmung war die blutleere Erholung nach dem vorangegangenen Absturz zum Greenback. Dass selbst die erfolgreich platzierte Staatsanleihe Griechenlands nicht zu einer kräftigen Gegenbewegung führte, ist freilich schnell erklärt. Denn kaum ließ mit dem Bond die Angst vor einem Staatsbankrott der Hellenen nach, ergingen sich die Staats- und Regierungschefs des Euroraums in Schuldzuweisungen an "undisziplinierte Spekulanten".

Die eigentliche Herausforderung ist allerdings nicht die Abrechnung mit Käufern und Verkäufern von Credit Default Swaps, sondern das Drängen des Marktes auf schmerzhafte und damit unpopulärer Konsolidierungsmaßnahmen in Griechenland. "Daher ist es keine gute Nachricht für die Gemeinschaftswährung, dass europäische Politiker den Fokus der öffentlichen Diskussion verändern", sagt Ulrich Leuchtmann, Chef des Devisen-Researchs bei Commerzbank Corporates & Markets.

Noch dazu hat sich die US-Volkswirtschaft überraschend schnell stabilisiert. Bis Ende vergangenen Jahres hat sie bereits die Hälfte ihres Einbruchs aufgeholt. "Auch wenn das Wachstumstempo wahrscheinlich abnehmen wird, dürfte das Bruttoinlandsprodukt Ende 2010 das Niveau vor der Rezession überschreiten", so Bernd Weidensteiner, Ökonom bei Commerzbank Corporates & Markets. Kein Wunder also, dass die ersten Präsidenten der regionalen Federal Reserve Banks mittlerweile lieber eine Anhebung des seit 15 Monaten bei 0,00 bis 0,25 Prozent liegenden Zielsatzes für die Fed Funds sähen.

Damit würde der Renditeunterschied zwischen den USA und dem Euroraum abschmelzen, was den Carry Trade aus dem Dollar in den Euro weniger lukrativ machen würde. Hierbei leihen sich Anleger in den USA billig Geld und investieren es in anderen Märkten. Noch dazu verlöre der Greenback auch allgemein an Attraktivität als Refinanzierungswährung für Zinsdifferenzgeschäfte. Vor diesem Hintergrund ist am Dienstag das Ergebnis der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve der für die Devisenmärkte wichtigste Termin.

Schäuble droht Euro-Sündern"Während die Politik der Europäischen Zentralbank immer mehr von der Griechenland-Malaise dominiert zu werden scheint und deshalb Zinsphantasien zunehmend in die Zukunft verschoben werden, könnte der Eindruck, den die Federal Reserve abliefern wird, dazu in deutlichem Kontrast stehen", sagt Antje Praefcke, Währungsanalystin bei Commerzbank Corporates & Markets. Vor diesem Hintergrund erscheine ein Ausbruch der Gemeinschaftswährung nach unten wahrscheinlicher als nach oben.

Quelle: DJ