Wirtschaft
Wohin des Wegs, nimmt die Abwärtsdynamik jetzt zu? EZB-Chef Mario Draghi hat zuminidest Hinweise gegeben, dass die Notenbank im Juni zu weiteren expansiven Maßnahmen greift.
Wohin des Wegs, nimmt die Abwärtsdynamik jetzt zu? EZB-Chef Mario Draghi hat zuminidest Hinweise gegeben, dass die Notenbank im Juni zu weiteren expansiven Maßnahmen greift.(Foto: REUTERS)

Gradwanderung : Euro kämpft mit der 1,37

Nach schwachen ZEW-Daten setzt der Euro seine jüngste Talfahrt fort. Zusätzlich belasten die Spekulationen um bevorstehende geldpolitische Lockerungen durch die EZB.

Von den täglichen Konjunkturdaten hat vor allem der mit Enttäuschung aufgenommene ZEW-Index den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung fiel im Tagesverlauf bis auf 1,3698 US-Dollar, damit stand sie mehr als einen halben Cent tiefer als noch am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,3765 (Freitag: 1,3781) Dollar festgesetzt.

Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen ist im Mai auf 33,1 Punkte von 43,2 Zählern gesunken, das war ein größerer Abwärts-Knick als erwartet - Ökonomen hatten mit 41,0 Zählern gerechnet.

Der Rückgang des ZEW-Index käme aufgrund der nach wie vor ungelösten Situation in der Ostukraine allerdings nicht überraschend, schrieb Helaba-Analyst Johannes Jander in einem Kommentar. Konjunkturzweifel sollten nach Einschätzung des Experten deshalb nicht aufkommen: Die Lagebeurteilung sei erneut leicht gestiegen und das Index-Niveau insgesamt weiter hoch.

Gegenwind erhielt der Euro zusätzlich durch einen Bericht des "Wall Street Journal", demzufolge die Bundesbank laut informierten Kreisen weitere Maßnahmen der EZB im Kampf gegen die unangenehm niedrige Inflation unterstützen würde.

Marktbeobachter rechnen im Juni mit weiteren expansiven Maßnahmen der europäischen Notenbank EZB. Ihrer Ansicht nach hat der EZB-Vorsitzende Mario Draghi in der Pressekonferenz nach der Sitzung vergangenen Donnerstag bereits ein klares Signal dafür gegeben, dass die Notenbank im Juni wieder in den Gedhahn greift. Ob bei der nächsten Sitzung tatsächlich eine weitere Zinssenkung oder sogar negative Einlagezinsen kommen, wird vor allem davon abhängen, wie die weiteren Konjunkturdaten bis dahin ausfallen.

Sollte die Inflationsrate zumindest wieder leicht steigen und die Wirtschaftsdaten stark ausfallen, dann könnte die EZB womöglich weiterhin stillhalten. Mit anderen Worten: Konjunkturzahlen werden das Währungspaar Euro/Dollar demnächst vorausichtlich stark bewegen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen