Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Nah an der 1,37: Euro klammert sich an die Marke

Die neue Stärke der Gemeinschaftswährung bleibt den Europäern vorerst erhalten. Die jüngsten Daten aus dem Inneren der US-Wirtschaft lenken Investoren zurück in den Euroraum. Die Risikobereitschaft steigt.

Der Kurs des Euro gibt zu Wochenbeginn zeitweise leicht nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3699 (Freitag: 1,3707) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7299 (0,7296) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,81885 (0,82035) britische Pfund, 139,60 (139,48) japanische Yen und 1,2221 (1,2221) Schweizer Franken fest. Am Nachmittag notiert der Euro bei 1,3701 Dollar.

Nach seinen jüngsten Höhenflügen hätten die zuletzt eher enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA dem Dollar zugesetzt, hatten Marktbeobachter die Lage am Morgen kommentiert. In der Spitze war der Euro in der Nacht auf ein Drei-Wochen-Hoch bei 1,3723 Dollar gestiegen. Vor dem Wochenende hatte sich die Gemeinschaftswährung im New Yorker Schlussgeschäft noch bei 1,3690 Dollar gehalten.

Impulse aus dem US-Handel bleiben zu Wochenbeginn aus: An der Wall Street bleiben die Märkte wegen des Feiertags "President's Day" geschlossen. Anhaltende Kopfschmerzen bereiten Währungsstrategen unterdessen vor allem die schwächere Daten aus der US-Industrie vom vergangenen Freitag. Die Industrie-Produktion wurde im Januar aufgrund des harten Winters um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurückgefahren.

Spaniens Schuldenberg wächst

Neueste Daten zur Haushaltslage des Euro-Mitglieds Spanien lösten zunächst keine größere Unruhe aus. Der spanische Staatshaushalt hat offiziellen Angaben den höchsten Schuldenstand in der jüngeren Geschichte des Landes erreicht. Der Fehlbetrag erreichte Ende des vorigen Jahres ein Volumen von 961,6 Milliarden Euro, wie die Madrider Notenbank mitteilte. Dies entspricht nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters rund 94 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Einen höheren Wert hat es seit Beginn der Statistiken noch nicht gegeben. Die Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht mit einem Sparkurs, der ausufernden Staatsverschuldung Herr zu werden. Dennoch dürfte der Schuldenberg nach ihrer Einschätzung noch weiter steigen bis auf 101 Prozent der Wirtschaftskraft in den Jahren 2015 und 2016.

Spanien hatte nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes 42 Milliarden Euro an europäischen Hilfsgeldern für seine Bankenbranche erhalten, die schwer unter akut ausfallgefährdeten Krediten litt. Mit den Geldern gelang es, den Sektor weitgehend zu sanieren. Die Hilfen wurden jedoch dem Staatsdefizit zugerechnet.

Brüssel wartet auf Griechenland

An einer weiteren Problembaustelle zeichnen sich unterdessen keine schnellen Veränderungen ab. Die Eurostaaten wollen erst in der zweiten Jahreshälfte darüber entscheiden, ob das krisengeschüttelte Griechenland zusätzliche Hilfe der Geldgeber braucht oder nicht.

Zunächst sollten griechische Budgetzahlen abgewartet werden, die die europäische Statistikbehörde Eurostat Ende April vorlegen wird, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem vor Beratungen mit den Ressortchefs des gemeinsamen Währungsgebiets. Die laufende Prüfung der Geldgeber-Troika in Griechenland ist immer noch nicht abgeschlossen. Nach Experteneinschätzung stehen deshalb Hilfszahlungen an Athen von etwa 10 Milliarden Euro aus. Offizielle Zahlen liegen nicht vor. Die Europawahlen sind vom 22. bis 25. Mai geplant.

Quelle: n-tv.de

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