Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

"Auf fallenden Kurs spekuliert": Euro knackt 1,28er-Marke

Während die Kurse an den Börsen purzeln, gewinnt der Euro wieder an Kraft. Schwache Konjunkturdaten aus den USA machen eine baldige Zinserhöhung der Fed unwahrscheinlicher - der US-Dollar verliert in der Folge an Wert.

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch nach schwachen US-Konjunkturdaten zeitweise um mehr als zwei Cent nach oben gesprungen. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,2886 US-Dollar, nachdem sie vor den Daten noch bei 1,2625 Dollar notiert hatte. Am späten Nachmittag fiel der Euro aber wieder etwas zurück und kostete 1,2774 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2666 (Dienstag: 1,2646) Dollar festgesetzt.

"Die am Nachmittag veröffentlichten enttäuschenden US-Konjunkturdaten haben einen starken Druck auf den Dollar ausgelöst", sagte Eugen Keller, Devisenexperte beim Bankhaus Metzler. Die Einzelhandelsumsätze waren im September stärker als erwartet gefallen. "Die Daten sprechen dafür, dass die erste Leitzinsanhebung in den USA eher später als früher kommen wird", sagte Keller. Bisher war für Mitte 2015 eine erste Anhebung erwartet worden.

Der Anstieg des Euro fiel ungewöhnlich stark aus. "Die meisten Investoren hatten bisher auf einen fallenden Euro spekuliert", begründete Keller die heftige Reaktion. In den USA nehme die Angst zu, dass die Schwäche der Weltwirtschaft und weiter fallende Inflationsraten auch auf die heimische Wirtschaft übergreifen könnten. So muss laut dem Chef der regionalen Notenbank von San Francisco, John Williams, sogar über ein neues Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur nachgedacht werden, falls die wirtschaftliche Schwäche stärker auf die USA übergreife. Das aktuelle Kaufprogramm der US-Notenbank für Anleihen soll Ende Oktober auslaufen.

Dollar setzte der "taubenhafte" Ton der Fed zu

Der Dollar kostete am Abend 106,13 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9450 Franken je Dollar und bei etwa 1,2069 Franken je Euro. Für die Credit Suisse bleibt der Dollar zwar auf längere Sich ein Kauf, sie verweist aber auf die extreme Positionierung zugunsten der Währung. Der Dollar erscheine verwundbar wegen des stärker "taubenhaften" Tons der US-Notenbank in der vergangenen Woche.

Mit den sinkenden Anleiherenditen habe der Dollar auch die Unterstützung von der Zinsseite verloren, vor allem gegen Euro und Yen. Die Bank rät nun, sich gegen den Euro zum Yen zu positionieren und Positionen zugunsten des Dollar gegen den Yen zu verkaufen. Auch der Austral-Dollar dürfte gegen den Yen unter Druck kommen, vermuten die Experten.

Quelle: n-tv.de

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