Vor dem FinanzministertreffenEuro schaut nach oben

Nach dem großen EU-Gipfel wartet die Welt der Devisen und Staatsanleihen auf konkrete Weichenstellungen: Zu Wochenbeginn treffen sich die Finanzminister der Euro-Gruppe, um die Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs in handfeste Entscheidungen umzuwandeln. Der Euro schöpft Hoffnung.
Der Kurs des Euro hat sich nach einem Fall auf ein Zweijahrestief
etwas erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,2295 US-Dollar
gehandelt. In der Nacht zum Montag war der Euro mit 1,2255 Dollar auf den tiefsten
Stand seit Mitte 2010 gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs
gegen Mittag auf 1,2293 (Freitag: 1,2377) Dollar fest. Der Dollar kostete damit
0,8135 (0,8080) Euro.
"Die leichte Erholung im Tagesverlauf war lediglich eine
Gegenbewegung zu den jüngsten Kursverlusten", sagte Lothar Heßler, Devisenexperte
von HSBC Trinkaus. Die Unsicherheit in der Euroschuldenkrise bleibe weiterhin sehr
hoch. Die weitere Kursentwicklung hänge vor allem von politischen Entscheidungen
ab. "Es ist vollkommen unklar, was genau in den nächsten Tag passieren wird",
sagte Heßler.
"Von dem Treffen der Finanzminister der Eurozone an diesem
Montag und Dienstag erwartet der Markt keine wegweisenden Entscheidungen",
meinte Heßler. Die wichtige Entscheidung für das
falle erst später. Nach Angaben eines EU-Diplomaten ist ein neues Treffen für den 20. Juli
geplant - möglicherweise auch in Form einer Telefonkonferenz. Nach wie vor sei unklar,
welche Summe Spaniens Geldhäuser benötigten. In Aussicht gestellt haben die Euro-Partner
pauschal bis zu 100 Mrd. Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse
für einen Euro auf 0,79360 (0,79650) britische Pfund, 97,81 (98,87) japanische Yen
und 1,2010 (1,2011) Schweizer Franken fest.
In London wurde der Preis für die Feinunze
Gold am Nachmittag mit 1.585,00 (Vortag: 1.587,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm
Gold kostete 40.670,00 (40.640,00) Euro.