Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Woche zum Abhaken: Euro kommt nicht über die 1,18er Hürde

Die europäische Gemeinschaftswährung ächzt weiter im Klammergriff der beiden Notenbanken EZB und Fed. Während von der einen eine Ausweitung der Lockerungspolitik erwartet wird, macht die andere den Dollar wahrscheinlich immer attraktiver.

Der Euro kommt in dieser Woche auf keinen grünen Zweig: Die Aussicht auf weitere Geldspritzen der EZB hat die Gemeinschaftswährung seit Montag um bis zu zweieinhalb Cent auf 1,1753 Dollar einbrechen lassen. Der Euro fiel damit auf dem tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren. Am Freitag lag er mit 1,1787 Dollar nur knapp darüber.

Analysten gehen nicht davon aus, dass die Gemeinschaftswährung vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag zu einer großen Gegenbewegung ansetzen dürfte. Die robuste Stellentwicklung in den USA dürfte die Notenbank Fed weiter in Richtung Zinserhöhung marschieren lassen, erklärten Händler. Damit gewinnt der Dollar für viele Anleger an Attraktivität - vor allem da in der Euro-Zone die Geldpolitik noch für geraume Zeit sehr locker bleiben dürfte.

Die Analysten der Commerzbank senkten ihre Prognose für den Euro angesichts der zuletzt deutlichen Schwäche zum Jahresende auf 1,12 Dollar. Bislang hatten sie die Gemeinschaftswährung bei 1,15 Dollar gesehen.

Coba: 2000er Tiefststand wiederholt sich wohl nicht

So schlimm wie im Jahr 2000, als der Euro auf sein Rekordtief von 0,8252 Dollar fiel, dürfte die aktuelle Abwärtsbewegung des Euro nicht enden, meint die Commerzbank (CoBa). Dennoch habe ihn die jüngste spürbare Abwertung der Gemeinschaftswährung zu einer Prognoseanpassung bewegt, sagt Analyst Lutz Karpowitz. Im neuen Profil würden die Verluste dabei vor allem im ersten Halbjahr 2015 erwartet.

Zwar gehöre die Commerzbank schon lange zu denjenigen, die auf einen schwächeren Euro setzten. Das Ausmaß der jüngsten Verluste habe aber überrascht. Aus fundamentaler Sicht sei ein niedrigerer Kurs des Euro zum Dollar sicherlich angemessen. Während die Fed - wenn auch zögerlich - Richtung Zinserhöhungen marschiere, bereite die EZB ein breit angelegtes QE-Programm vor. Lange Zeit aber habe der Devisenmarkt den Euro dafür relativ wenig gestraft. Zudem sei seit Mitte Dezember auch ein gehöriges Maß an Dollar-Stärke festzustellen - obwohl die Fed in ihrer Rhetorik eher vorsichtiger geworden sei.

Quelle: n-tv.de

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