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Angst vor Geldschwemme drückt Dollar: Euro legt deutlich zu

Die Wiederwahl von US-Präsident Obama lässt den Dollar schwächeln, nicht nur zum Euro, sondern auch im Vergleich zu anderen Währungen. Grund ist, dass Obama die lockere Geldpolitik von Fed-Chef Bernanke unterstützt.

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Der Euro hat mit deutlichen Kursgewinnen auf die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama reagiert. In der Spitze stieg die Gemeinschaftswährung auf 1,2875 US-Dollar. Sie kostete damit einen Cent mehr als im asiatischen Handel. Der Dollar tendierte schwächer und war zuletzt 0,7766 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Dienstagmittag auf 1,2800 (Montag: 1,2777) Dollar festgesetzt.

Die US-Währung verzeichnete nicht nur zum Euro, sondern auch zu vielen anderen Währungen Verluste nach der Wiederwahl Obamas. Als wichtigster Grund gilt, dass der Präsident den Kurs von Fed-Chef Ben Bernanke unterstützt. Die massive Geldschwemme der Federal Reserve belastet den Dollar seit langem.

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Die Amerikaner würden mehr davon bekommen, was sie bislang schon gehabt hätten: "Langsames Wachstum und mehr Regulierung - und das ist für die Wirtschaft nicht förderlich", sagte Bob Gelfond von MQS Asset Management in New York. Händlern zufolge ruhen die Hoffnungen des Marktes nun darauf, dass der Wahlsieger das Problem der sogenannten Fiskalklippe rasch angehen wird. Sollten sich Demokraten und Republikaner im Haushaltsstreit nicht bald einigen, drohen zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in immensem Umfang, die die US-Wirtschaft in die Rezession stürzen könnten.   

Gut gegen Angst vor Fiskalklippe

Manche Marktexperten sehen in Obamas Wiederwahl aber auch Vorteile. Anlagestratege Michael Jones von Riverfront Investment Group unterstrich, dass unter Obama Notenbank-Chef Ben Bernanke wohl im Amt bleiben und für eine weiterhin lockere Geldpolitik sorgen werde. Die Anleger seien gespalten. "Ich denke die Märkte werden sagen: Wir hatten noch nie so viel Angst vor der Fiskalklippe - und ist es nicht gut, dass wir für absehbare Zeit Bernanke in der Fed haben", äußerte Jones. Romney hatte für den Fall eines Wahlsiegs angekündigt, Bernanke zu ersetzen.

"Am Ende des Tages kommt es vor allem darauf an, einen eindeutigen Sieger zu haben", glaubt Marktexperte Matthew Sherwood von Perpetual Investments. Denn wenn der Gewinner feststehe, beginne die eigentlich harte Arbeit erst mit den Verhandlungen über den Haushalt. Hier muss bis zum 31. Dezember eine Einigung gefunden werden, sonst droht die "fiscal cliff" mit automatischen Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen, die die US-Konjunktur abwürgen könnten.

Quelle: n-tv.de

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