Wirtschaft
Euro in Lauerstellung: Was liefert EZB-Chef Mario Draghi?
Euro in Lauerstellung: Was liefert EZB-Chef Mario Draghi?(Foto: REUTERS)

Nach der Wahl und vor Draghi: Euro legt etwas zu

Die Europawahl hinterlässt zumindest leichte Spuren am Devisenmarkt. Im Fokus der Investoren steht vor allem das Ergebnis in Italien. Die Aufwärtsbewegung wird gedeckelt durch die wohl anstehende neuerliche Lockerung der Geldpolitik in Europa.

Der Kurs des Euro hat sich nach einem verhaltenen Start doch noch vorgewagt. Devisenexperten verweisen auf den Wahlerfolg der italienischen Sozialdemokraten (PD). Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3646 US-Dollar. In der Nacht zum Dienstag hatte der Euro nur knapp über der Marke von 1,36 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3635 (Freitag: 1,3630) Dollar festgesetzt.

Der deutliche Wahlerfolg der PD bei den Europawahlen trieb die Anleger zum Wochenstart in Anleihen geschwächter Eurostaaten. In der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft hatte die Partei des als reformfreudig und proeuropäisch geltenden Premierministers Matteo Renzi mehr als 40 Prozent der Stimmen erhalten. "Renzi hat jetzt ein starkes Mandat für Reformen erhalten", sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Damit sei die Gefahr, dass Italien durch politische Instabilität gefährdet wird, deutlich gesunken.

Auch der Wahlausgang in Griechenland dürfte es der dortigen Regierung erlauben, ihre Politik fortzuführen. Am stärksten sanken die Anleiherenditen zum Wochenstart in Griechenland, Italien, Portugal, Irland und Spanien. Hiervon profitierte wiederum der Euro.

Druck von oben kommt dadurch, dass EZB-Präsident Mario Draghi erneut Handlungsbereitschaft im Kampf gegen die zu niedrige Inflation signalisiert hat. Mit Spannung blicken die Märkte auf eine Rede von EZB-Chef Mario Draghi auf dem Treffen des Notenbanker in Portugal. "Anleger erhoffen sich davon weitere Hinweise, was nächsten Donnerstag auf der EZB-Sitzung zu erwarten ist", sagte Ray Attrill, Stratege bei der National Australia Bank in Sydney.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80990 (0,80935) britische Pfund , 138,97 (138,92) japanische Yen und 1,2210 (1,2210) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde wegen eines Feiertages in London nicht gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 29 660,00 (30.010,00) Euro.

Quelle: n-tv.de

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