Wirtschaft
Unruhiges Wochenende: Blockupy-Proteste sorgen im Frankfurter Bankenviertel für Unruhe.
Unruhiges Wochenende: Blockupy-Proteste sorgen im Frankfurter Bankenviertel für Unruhe.(Foto: dpa)

Nach dem ISM-Index: Euro schnellt über 1,30

Am ersten Handelstag im Juni stehen die Devisenmärkten ganz im Zeichen der Konjunktur: Schwergewichtiger Konjunkturdaten beherrschen das Geschehen. Der Euro reagiert deutlich.

Enntäuschende US-Daten setzen den Kurs des Dollar unter Druck: Im Verhältnis zur japanischen Währung rutschte der Greenback unter die Marke von 100 Yen und notierte mit 99,67 Yen so niedrig wie zuletzt Anfang Mai. Auch zum Euro ließ der Dollar Federn, so dass die Gemeinschaftswährung wieder über 1,30 Dollar kletterte. Kurz zuvor war der Euro noch auf ein Tagestief von 1,2956 Dollar gefallen.

Auslöser der Marktbewegung waren richtungsweisende Konjunkturdaten aus den USA: Der US-Einkaufsmanagerindex (ISM) war im Mai überraschend auf 49,0 Punkte gefallen und notierte damit so niedrig wie seit Juli vorigen Jahres nicht mehr. Zudem signalisierte die Umfrage ein Schrumpfen der Industrietätigkeit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stand von 51,0 Zählern gerechnet.

Das dämpfe die Aussichten für die konjunkturellen Erholung der USA, erklärte Helaba-Analystin Viola Julien. "Erwartungen an ein Auslaufen der QE-Anleihekäufe im zweiten Halbjahr dürften damit vorerst nicht größer werden", fügte sie hinzu. Dies machte sich vor allem am Rentenmarkt bemerkbar. Die Kurse der zehnjährigen US-Bonds zogen an. Der Bund-Future grenzte seine Verluste von über 60 Ticks kurz vor Veröffentlichung der Daten auf nur noch zwölf Ticks ein.

An den Aktienmärkten reagierten die Anleger zunächst mit Verkäufen, ehe die Kurse sich wieder erholten. Der Dax grenzte schließlich seine Verluste etwas ein und notierte mit 8325 Zählern noch 0,3 Prozent niedriger.

Amtlicherseits ist der Kurs des Euro zu Wochenbeginn gestiegen: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3008 (Freitag: 1,3006) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7688 (0,7689) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85180 (0,85365) britische Pfund, 130,37 (130,47) japanische Yen und 1,2456 (1,2406) Schweizer Franken fest. Vor dem Wochenende hatte die EZB ihren Referenzkurs auf 1,3006 (Donnerstag: 1,2944) Dollar festgesetzt.

Im Wochenverlauf stehen weitere Richtungssignale von Konjunkturseite an: Am Mittwoch folgt der Arbeitsmarktbericht aus der Privatwirtschaft (ADP), zum Wochenschluss dann der offizielle Arbeitsmarktbericht der Regierung zur Lage im Mai.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will erst dann den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn die Arbeitslosigkeit auf etwa 6,5 Prozent gesunken ist. Aktuell liegt sie bei 7,5 Prozent. Die Notenbank kauft derzeit monatlich Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Wert von 85 Mrd. Dollar, um die unerwartet zähe Erholung der US-Wirtschaft mit einem nie dagewesenen Maß an Liquiditätsversorgung zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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