Wirtschaft
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Pfund mit kurzem Höhenflug: Euro sinkt auf Jahrestief

Der Euro ist überbewertet, glaubt man im Handel. Für Europas Währung geht es erneut bergab. Steil nach oben hingegen geht es für das britische Pfund nach dem Schotten-Referendum - Gewinnmitnahmen bescheren ihm danach jedoch einen Rückgang.

Der Euro ist gegen den Dollar auf ein neues Jahrestief bei 1,2830 gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurse am Freitagnachmittag auf 1,2852 US-Dollar fest.

Mit dem aus Marktsicht positiven Ausgang des schottischen Referendums konzentrierten sich die Anleger wieder verstärkt auf den Euro, heißt es im Handel. Die einhellige Meinung der Anleger sei, dass der Euro weiter abwerten müsse. Nach der enttäuschenden Nachfrage nach dem ersten neuen Langfristtender der EZB sei die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die EZB letztlich um ein Programm der Quantitativen Lockerung nicht herumkommen werde.

Pfund Sterling profitiert zunächst

Das "Nein" zur schottischen Unabhängigkeit schickt das Pfund Sterling zunächst auf einen Höhenflug. Es stieg zeitweise auf 1,6524 Dollar. Einsetzende Gewinnmitnahmen drückten das Pfund am Vormittag aber wieder auf 1,6381 Dollar. Am Abend notiert es bei 1,6324 Dollar.

Derweil erklärte die Bank of England, sie werde sich nicht zum Ausgang des Referendums in Schottland äußern. "Der Markt kann sich wieder den ökonomischen Themen des weiterhin vereinigten Königreichs widmen", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann den Ausgang des schottischen Referendums. "Für Euro/Pfund heißt das wohl: Es geht weiter nach unten." Denn die Schere zwischen den geldpolitischen Kursen der beiden Notenbanken gehe immer weiter auseinander.

Börsianer gehen davon aus, dass die britische Notenbank zum Jahreswechsel die Zinsen wieder anheben wird. Von den europäischen Währungshütern erwarten sie dagegen weitere Geldspritzen zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur in der Euro-Zone.

Spekulationen auf schneller steigende Zinsen in den USA haben dem Dollar weiter Auftrieb gegeben. Die US-Währung kletterte zum Yen auf 109,45 Yen von 108,69 Yen am Vorabend. Damit kostete ein Dollar wieder so viel wie zuletzt Ende August 2008. Allein in dieser Woche hat der Dollar zur japanischen Währung rund zwei Yen gewonnen. Auslöser der Dollar-Käufe waren Aussagen der US-Notenbank Fed, wonach die Zinsen im nächsten Jahr in den USA stärker als bislang erwartet steigen könnten.

Quelle: n-tv.de

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