Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Jenseits der Fiskalklippe: Euro startet stark ins Jahr

Der erste Handelstag des Jahres beginnt an den Devisenmärkten in einer Atmosphäre vorsichtiger Erleichterung: Der Kompromiss im Washingtoner Haushaltsstreit steht. Dauerhaft in Sicherheit sind die US-Staatsfinanzen damit aber noch nicht. Der Euro steigt bis knapp unter 1,33 Dollar.

Die Erleichterung über die Einigung im US-Haushaltsstreit hat dem Euro kräftigen Auftrieb gegeben. Am späten Nachmittag tendierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3240 Dollar nach 1,3194 Dollar zum Fixing der Europäischen Zentralbank am vergangenen Freitag. In der Spitze hatte der Euro bis knapp unter 1,33 Dollar zu.

Die EZB setzte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3262 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7540 Euro. Der Risiko-Appetit der Anleger habe spürbar zugenommen, sagten Börsianer.  Die US-Währung gilt als weltweite Reservewährung, weswegen sie in Krisenzeiten gesucht und von positiven Entwicklungen tendenziell belastet wird. Hiervon profitierten auch andere Währungen wie der australische Dollar und das britische Pfund.

Analysten bewerteten die Einigung allerdings zurückhaltend. Trotz des Etat-Kompromisses bleibe ein bitterer Nachgeschmack, betonte etwa Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Das große politische Drama geht weiter. In zwei Monaten wird das Gerangel um die Ausgabenkürzungen und um die Anhebung der Schuldenobergrenze wieder losgehen." Das Tauziehen werde voraussichtlich wieder bis zur letzten Minute anhalten.

Einigung in der Nacht auf Mittwoch

Zum Jahreswechsel hatten zuvor die alles überschattenden Sorgen vor einer drohenden US-Rezession die Stimmung belastet. Am letzten Tag des Jahres waren nur noch wenige europäische Börsen geöffnet. Und dort, wo gehandelt wurde, überschattete das Geschehen im US-Haushaltsstreit das Geschehen.

Am Devisenmarkt war der Euro wieder unter die Marke von 1,32 US-Dollar gefallen und kostete zum Jahresausklang rund 1,3190 Dollar. Marktteilnehmer sprachen angesichts der zähen Verhandlungen in Washington von einer wieder erwachter Risikoaversion der Anleger.

Der Dollar dagegen hatte sich dagegen zum Ende des Jahres zur japanischen Landeswährung oberhalb von 86 Yen behauptet und profitierte damit ungebrochen von der neuen japanischen Regierung, die sich zu einem schwachen Yen bekannt hatte, um der strauchelnden Exportwirtschaft des Landes auf die Beine zu helfen.

An den Finanzmärkten in der Schweiz, in Russland, in Schanghai und in Japan findet zur Wochenmitte aufgrund von Feiertagen kein Handel statt. Dazu kommt: Am Donnerstag wird wegen weiterer nationaler Feiertage an den Märkten in Japan, Schanghai und in Russland nicht gehandelt.

Quelle: n-tv.de

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