Wirtschaft
Trutzburg und "sicherer Hafen": Investoren wechseln in Yen, Franken und Euro.
Trutzburg und "sicherer Hafen": Investoren wechseln in Yen, Franken und Euro.(Foto: REUTERS)

Yen wird zur Fluchtwährung: Euro steigt über 1,34

Am Devisenmarkt geben die geopolitischen Krisenherde den Takt vor. Die Gemeinschaftswährung der Europäer erweist sich in Zeiten großer Unsicherheiten als stabile Trutzburg. Der Dollar zieht sich zum Yen deutlich zurück.

Im Devisenhandel schichten Investoren um: Der Euro kann sich vor dem Wochenende trotz der Unruhe an den Finanzmärkten infolge der Irak-Krise erholen. Am Nachmittag steigt der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung knapp über 1,34 US-Dollar, nachdem er zur Wochenmitte noch auf den tiefsten Stand seit neun Monaten bei 1,3333 Dollar gerutscht war. Zuletzt notiert der Euro bei 1,34,15 Dollar und damit knapp 0,4 Prozent über dem Vortagesniveau. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3388 (Donnerstag: 1,3368) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7469 (0,7481) Euro.

Am Vortag war Euro war nach den Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi deutlich unter Druck geraten. Draghi hatte vor "geopolitischen Risiken" gewarnt. Zuvor hatten ein unveränderter Leitzins und keine zusätzliche Lockerung der Geopolitik die Gemeinschaftswährung noch etwas gestützt.

Die Weltnachrichten bestimmen die Perspektiven: Nachdem US-Präsident Barack Obama in der Nacht zum Freitag Luftschläge im Irak genehmigt hatte, geriet die Gemeinschaftswährung am Morgen für kurze Zeit unter Druck. Zu den Gewinnern des Tages zählten der japanische Yen und der Schweizer Franken. Beide Währungen profitieren von der Irak-Krise.

Diese Währungen gelten unter Anlegern als "sichere Häfen", die in unwägbaren Zeiten angesteuert werden. "Meldungen, dass US-Präsident Obama gezielte Luftangriffe im Irak genehmigt hatte, führten in den frühen Morgenstunden zu einer ordentlichen Unsicherheit am Markt", beschrieb Esther Reichelt von der Commerzbank die Stimmung.

Nach Angaben des Pentagons hat das US-Militär mittlerweile mit Luftangriffen im Irak begonnen. "Nachdem der Devisenmarkt zuletzt immer neue Krisenmeldungen aus dem Irak, Israel und der Ukraine eher unbeeindruckt aufnahm, könnte in den nächsten Tagen die Risikosensibilität wieder etwas zunehmen."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79670 (0,79400) britische Pfund, 136,45 (136,76) japanische Yen und 1,2137 (1,2150) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1309,75 (1305,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 31.110,00 (30.800,00) Euro.

Quelle: n-tv.de

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