Wirtschaft
Der Euro hat zum Dollar zuletzt deutlich nachgegeben.
Der Euro hat zum Dollar zuletzt deutlich nachgegeben.(Foto: REUTERS)

Viel Druck durch EZB-Gerede: Euro will die 1,32

Die europäische Gemeinschaftswährung kämpft schwer um die Marke von 1,32 Dollar. Wie es weitergeht, hängt von den weiteren geldpolitischen Maßnahmen der EZB ab. Druck kommt auch von der politischen Krise in Frankreich.

Der Euro versucht nach der Talfahrt der vergangenen Handelstage die Marke von 1,32 US-Dollar zu schnappen - allerdings mit gemischten Erfolgen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,3198 Dollar gehandelt, nachdem der Kurs in der Nacht noch mit 1,3179 Dollar auf den tiefsten Stand seit 11 Monaten gefallen war. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3192 (Montag: 1,3200) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7580 (0,7576) Euro.

Nach Einschätzung des Experten Lutz Karpowitz von der Commerzbank lautet die derzeit wichtigste Frage am Devisenmarkt: Wird die EZB schon in näherer Zukunft zu breit angelegten Wertpapierkäufen greifen? Ob es kurzfristig tatsächlich zu der umstrittenen Maßnahme kommen wird, hängt laut Karpowitz vor allem davon ab, wie die Währungshüter die Entwicklung der Inflation erwarten. "Fallen die Inflationserwartungen weiter, könnte die EZB früher aktiv werden, als sich Viele derzeit vorstellen können", sagte der Ökonom.

Am Dienstag wirkten noch die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi vom vergangenen Freitag nach. Er hatte Erwartungen auf eine weitere geldpolitische Lockerung geschürt, schrieben die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Diese Erwartungen seien am Vortag durch das schwächelnde Geschäftsklima in Deutschland verstärkt worden.

Eine Kurserholung des Euro werde darüber hinaus auch durch die politische Krise in Frankreich gebremst, hieß es aus dem Handel. Nach dem Rücktritt der Regierung muss eine neue Ministerriege versuchen, die zweitgrößte Euro-Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen. Eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA konnte den Kurs des Euro am Nachmittag nicht nennenswert bewegen.

Quelle: n-tv.de

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