Anleger glauben an Athen-EinigungEuro präsentiert sich stabil

Hoffnungen auf ein erfolgreiches Ende der Griechenland-Verhandlungen bestimmen die Handel an den Devisenmärkten. Der Euro verteidigt seine starken Gewinne des Vortages und pirscht sich zeitweise an die Marke von 1,33 US-Dollar heran. Auch Gerüchte über Zugeständnisse der EZB beflügeln.
Eine sich abzeichnende Einigung Griechenlands mit seinen
Gläubigern hat am Mittwoch die Anleger zum Kauf von Euro animiert. Die neuen Hoffnungen
auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen gründen sich nach Aussage von Händlern
unter anderem auf ein angesetztes Treffen der griechischen Koalitionsspitzen. Investoren
setzten darauf, dass diese dem Sparplan zustimmen werden, der mit den Geldgebern
ausgehandelt wurde.
Die Gemeinschaftswährung stieg in der Spitze bis auf
1,3290 (EZB-Referenzkurs vom Dienstag: 1,3113) US-Dollar. Danach pendelte sie um
1,3270 Dollar.
"Unabhängig von den vielen Deadlines, die gerissen
wurden, hat sich am Markt bezüglich Griechenland eine generelle Neigung durchgesetzt,
das Glas als halb voll zu betrachten", sagte Währungsanalystin Jane Foley von
der Rabobank. Derzeit spiele aber auch die Technik eine große Rolle, denn viele
Anleger hätten auf einen fallenden Euro gewettet, und die wollten jetzt nicht von
einer Rally überrannt werden.
Als ermutigend werteten Analysten einen Bericht des "Wall
Street Journal", wonach sich . Die Zeitung beruft sich auf Personen, die über die
laufenden Umstrukturierungsverhandlungen unterrichtet seien. "Damit würde der
Kreis der Beteiligten an der Umschuldung Griechenlands über den privaten Sektor
hinaus ausgeweitet. Der Schritt hin zum EFSF ist dann nicht mehr weit", schrieb
die HSH Nordbank. Ein Sprecher der EZB lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.
Spaniens Zehnjährige unter Verkaufsdruck
Die Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen
ging zur Wochenmitte zurück. Der Bund-Future gab um 30 Ticks nach auf 137,65 Zähler.
"Wir scheinen uns allmählich auf eine Vereinbarung zuzubewegen, und wenn das
erreicht ist, dann könnten noch deutlich mehr Positionen in sicheren Häfen aufgelöst
werden", sagte Zinsstratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets.
Die Renditen portugiesischer Zehnjähriger hielten sich
relativ stabil um 13,9 Prozent, ihre italienischen Pendants stiegen leicht auf 5,65
(spätes Vortagesgeschäft: 5,61) Prozent.
Spanische zehnjährige Anleihen
gerieten dagegen unter Verkaufsdruck, in Folge schnellte die Rendite auf 5,27 (5,1)
Prozent nach oben. Nach Aussage von Händler ist dies eine Marktreaktion auf die
Ankündigung einer Konsortialbank, dass die Papiere aufgestockt werden sollen. Nach
Angaben der Thomson-Reuters-Tochter IFR sind Barclays Capital, BBVA, Deutsche Bank,
Goldman Sachs, Santander und SG CIB mit dem Deal beauftragt.