Wirtschaft
Fed-Chefin Yellen ändert die Wortwahl und die Märkte legen zu.
Fed-Chefin Yellen ändert die Wortwahl und die Märkte legen zu.(Foto: Reuters)

Bitterer Tag für Sony: Fed lässt Nikkei anspringen

Nach der Sitzung der US-Notenbank mit der Aussicht auf eine früher als gedachte Anhebung der Zinsen bekommt der Dollar neuen Rückenwind. Das treibt in Japan vor allem die Exportwerte. Denn für die Unternehmen bedeutet dies höhere Gewinne.

Am Morgen nach dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank war an den ostasiatischen Börsen keine einheitliche Tendenz ausmachen. Die Fed hat - wie weithin erwartet - beschlossen, ihre milliardenschweren Geldspritzen für die US-Wirtschaft weiter zu drosseln.

Zur Erleichterung vieler Marktteilnehmer bekräftigte die Notenbank aber, dass die Zinsen noch "beträchtliche Zeit" niedrig bleiben werden. Gleichwohl dürften die Zinsen 2015 stärker steigen als bislang gedacht. Das ließ am Devisenmarkt den Dollar auf breiter Front aufwerten. An den US-Börsen erklommen die Kurse nach Bekanntgabe des Fed-Entscheids zeitweise Rekordhöhen, kamen dann aber zurück.

In Ostasien ging es am deutlichsten für die Tokioter Börse nach oben. Der Nikkei-225-Index stieg um 1,1 Prozent auf 16.068 Punkte.

Nach Meinung der Analysten von Nomura bietet der Fed-Entscheid "das Beste aus zwei Welten". Der Dollar werde zum Yen weiter aufwerten, wovon wiederum die exportorientierten japanischen Unternehmen und deren Aktien profitieren dürften. Nomura sieht den Nikkei zum Ende des Monats bei 16.500 Punkten. Der Dollar stieg auf rund 108,60 Yen. Am Mittwochmorgen notierte er bei etwa 107,25 Yen.

Sony erlebt rabenschwarzen Tag

Auch zum Austral-Dollar legte der US-Dollar zu. Der "Aussie" verharrte am Donnerstag auf dem nach den Fed-Aussagen deutlich ermäßigten Niveau um 0,8960 US-Dollar.

Im Mittelpunkt des Geschehens an den Börsen standen Aktien von Sony. Sie stürzten um 8,6 Prozent ab. Das Unternehmen hatte am Mittwoch nach Börsenschluss eingeräumt, dass der Verlust im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich noch höher ausfallen wird als bislang befürchtet. Außerdem wird Sony erstmals in der Unternehmensgeschichte keine Dividende zahlen. Nach Ansicht der Deutschen Bank braucht der Konzern dringend eine Schlankheitskur.

Am Freitag könnte die Toshiba-Aktie unter die Räder kommen, die am Donnerstag mit einem Plus von 0,8 Prozent aus dem Handel ging. Das Unternehmen teilte nach Börsenschluss mit, es wolle die Restrukturierung seiner defizitären PC-Sparte beschleunigen und im Zuge dessen 900 Arbeitsplätze streichen. Die Maßnahmen würden aber den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr schmälern.

Chinas Banken-Titel erholen sich von anfänglichen Verlusten

In Schanghai fiel das Plus mit 0,4 Prozent vergleichsweise mager aus. In den kommenden Wochen stehen 14 Börsengänge an. Viele Anleger hielten daher ihr Pulver trocken, wie Händler sagten. Gleichzeitig bereitet die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft vielen Investoren Sorgen.

Positiv wurde die Entscheidung der chinesischen Notenbank aufgenommen, den 14-Tage-Refianzierungssatz um 20 Basispunkte zu senken. Bankenaktien erholten sich daraufhin von anfänglichen Verlusten, und auch Aktien des Kohlebergbaus profitierten von der Hoffnung auf eine stärkere geldpolitische Lockerung.

China Citic Bank gewannen 4,6 Prozent, Bank of Communications 1,9 Prozent und Bank of China 0,7 Prozent. Datong Coal Industry legten um 2 Prozent zu, Shaanxi Coal Industry um 1,7 Prozent und Yanzhou Coal Mining um 1,1 Prozent.

Die von Immobilien-Aktien dominierte Börse in Hongkong verzeichnete dagegen ein Minus von 0,9 Prozent, nachdem die Preise für Wohnimmobilien in China im August abermals gefallen waren.

Deutlich abwärts ging es auch in Seoul, wo ein spektakuläres Immobiliengeschäft auf Unverständnis stieß. Der Kospi verlor 0,8 Prozent. Der Autokonzern Hyundai kauft für umgerechnet fast 8 Milliarden Euro ein Grundstück im angesagten Gangnam-Viertel der südkoreanischen Hauptstadt, das bislang Korea Electric Power (Kepco) gehörte. Damit stach Hyundai zwar den Mitbewerber Samsung Electronics aus, verscherzte es sich aber auch mit den Anlegern. Die Hyundai-Aktie brach um 9,2 Prozent ein. Der Kurs der zu Hyundai gehörenden Kia Motors fiel um 7,8 Prozent. Kepco stiegen um 5,8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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