Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Öl und Gold billiger: Fiskalklippe drückt Rohstoffkurse

An den Rohstoffmärkten geben die Kurse unter dem Eindruck des eskalierenden US-Haushaltsstreits nach. Während beim Öl ein befürchteter Konjunktureffekt auf die Preise drückt, vermutet mancher Börsianer gar einen entspannenden Einfluss auf das Krisenbarometer Gold.

Die verfahrene Situation im US-Haushaltsstreit vertreibt die Investoren am Freitag vom Gold- und Ölmarkt. Der Goldpreis fällt um 0,1 Prozent auf 1646 Dollar pro Feinunze und nähert sich damit dem tiefsten Stand seit vier Monaten. Der Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent gibt um 0,4 Prozent auf 109,74 Dollar nach, für US-Leichtöl der Sorte WTI wird mit 89,25 Dollar ein Prozent weniger bezahlt.

Zur Logik hinter den Marktbewegungen haben Börsianer unterschiedliche Einschätzungen. "Momentan sind die Verhandlungen in den USA festgefahren", sagte Brian Lan, Direktor bei GoldSilver Central Pte in Singapur. Viele Anleger seien unsicher, ob sie jetzt in den Markt gehen sollten. "Vielleicht bauen die Investoren wieder Positionen auf, wenn es konkretere Nachrichten aus den USA gibt."

Andere Händler sehen einen messbaren Zusammenhang mit möglichen Teuerungseffekten: Eine Einigung im US-Haushaltsstreit sei unwahrscheinlicher geworden und die mit der Fiskalklippe eintretenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen könnten die Sorge um einen Anstieg der Inflation mindern. Das laste auf dem als klassischer Inflationsschutz geltenden Edelmetall.

Kupfer schwimmt gegen Strom

Der Kupferpreis erholt sich trotz des anhaltenden US-Etatstreits etwas von seinen Vortagesverlusten. Das Industriemetall wird mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent bei 7795 Dollar pro Tonne bewertet, nachdem der Preis am Donnerstag auf bis zu 7735 Dollar je Tonne abgerutscht war. Viele Anleger halten sich vor den Weihnachtsfeiertagen allerdings zurück, zumal in den USA keine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern im Haushaltsstreit erkennbar ist.

Im Repräsentantenhaus verweigerten zahlreiche Republikaner am Donnerstag ihrem eigenen Vorsitzenden John Boehner die Gefolgschaft bei dem Versuch, mit einem Gesetz den Druck auf Präsident Barack Obama zu erhöhen. Der sogenannte "Plan B" von Boehner sah vor, die Steuern nur für Einkommen ab einer Mio. US-Dollar steigen zu lassen, während Obama diese Schwelle bei 400.000 US-Dollar ansetzen will. Da aber mehrere Republikaner Steuererhöhungen generell ablehnen, scheiterte Boehner nun mit seinem Vorschlag in den eigenen Reihen. Damit wird es vor Weihnachten wohl keine Einigung mehr im US-Haushaltsstreit geben.

Quelle: n-tv.de

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