Wirtschaft
Gold mausert sich zum Quartalsgewinner an den Rohstoffmärkten.
Gold mausert sich zum Quartalsgewinner an den Rohstoffmärkten.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Öl und Kupfer hinken hinterher: Gold ist der Quartalsgewinner

Ein steigender Goldpreis und fallende Öl-Notierungen kennzeichnen die weltweiten Rohstoffmärkte. Die Ausschläge bleiben aber verhalten, die großen Frühlingsgefühle fehlen noch. Der Quartalsausweis kann sich nur bei den Edelmetallen sehen lassen.

An den Rohstoffmärkten gewinnt der Konjunkturoptimismus die Oberhand. Die vermeintlich sicheren Häfen würden damit in den Hintergrund treten, sagen Marktteilnehmer. Das gelte auch für Gold. Nach einem Sechswochentief am vergangenen Freitag unter 1290 US-Dollar je Feinunze erholt sich der Goldpreis zugegebenermaßen nur leicht auf 1291 Dollar, im Tageshoch wurden aber bereits 1299 Dollar bezahlt.

Die Ölpreise zogen sich dagegen mit Beginn der neuen Woche leicht zurück. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 107,89 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als vor dem Wochenende. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 28 Cent nach auf 101,39 Dollar.

Insgesamt war am Markt von einem vergleichsweise ruhigen Wochenauftakt die Rede. In der Krim-Krise haben Gespräche zwischen den Außenministern der USA und Russlands zunächst keinen Durchbruch ergeben. Die diplomatischen Kanäle sollen aber offen gehalten werden, um nach einer politischen Lösung zu suchen. Die Lage scheint sich damit - zumindest aus der Sicht der Rohstoffstrategen - weiter zu entspannen.

Offen ist bislang noch, wie stark sich die Krim-Annexion auf die europäische Energiepolitik langfristig auswirken wird. Der offene Völkerrechtsbruch und das militärische Vorgehen des Kreml weckt nicht nur in Deutschland Zweifel an der politischen Zuverlässigkeit Wladimir Putins und der ökonomischen Abhängigkeit vom russischen Erdgas.

Interessanter Quartalsvergleich

Über das erste Quartal betrachtet, sorgte vor allem der Preiseinbruch bei Kupfer bei dem ein oder anderen Anleger für Kopfschmerzen. Das vor allem im Bau benötigte Industriemetall hatte aufgrund seiner Rolle als Sicherheit im chinesischen Kreditgeschäft überraschend deutlich nachgegeben. Am 19. März fiel der Preis auf ein 3-1/2-Jahres-Tief von 6321 Dollar. Viele Anleger fürchteten einen Ausverkauf von chinesischen Gläubigern, nachdem eine mit Kupfer besicherte Unternehmensanleihe geplatzt war. Seither haben Schnäppchenjäger den Preis zwar wieder hochgetrieben. Mit 6640,50 Dollar kostete eine Tonne am Montag aber immer noch 9,7 Prozent weniger als zum Jahresende 2013.

Auch die Anleger am Ölmarkt haben es mit einem Preisrückgang zu tun - wenn auch weniger dramatisch. Brent notierte am Montag bei rund 108 Dollar nach 110,80 Dollar zum Jahreswechsel - ein Abschlag von 2,5 Prozent. Selbst Spekulationen auf einen Versorgungsengpass im Sog der Krim-Krise oder die andauernden Probleme beim libyschen Export haben den Preis nicht nachhaltig in die Höhe treiben können. Viele Experten machen das reichhaltige Öl-Angebot aus Saudi-Arabien und dem Irak für die Entwicklung verantwortlich.

Als Quartalsgewinner hat sich stattdessen Gold wieder empfohlen. Das gelbe Edelmetall, dessen Preis 2013 um 28 Prozent auf knapp 1205 Dollar je Feinunze abgestürzt war, verteuerte sich um gut 7 Prozent auf 1291,50 Dollar je Feinunze. Zum einen sorgte die Krim-Krise für Käufe des als sicher geltenden Metalls. Zum anderen stützten Spekulationen auf eine doch nicht so robuste Konjunkturentwicklung weltweit den Goldpreis. Vor allem institutionelle Anleger entdeckten Gold wieder, so dass die ETF-Fonds nicht mehr so große und kontinuierliche Abflüsse wie 2013 verzeichneten.

 

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Quelle: n-tv.de

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