Wirtschaft
Die Talfahrt von Gold verlangsamt sich. Doch in Indien dürfte die Nachfrage bald zurückgehen.
Die Talfahrt von Gold verlangsamt sich. Doch in Indien dürfte die Nachfrage bald zurückgehen.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 18. November 2014

Talfahrt verlangsamt sich: Gold und Öl crashen in Zeitlupe

Für Rohstoffe wie Gold und Öl gibt geht es seit Monaten steil nach unten. Doch nun verlangsamt sich der Absturz, weil der Dollar immer schwächer wird und die Opec-Länder nervös werden. Neue Gefahren zeichnen sich aber schon ab.

Die Dollarschwäche und die Teuerung in den USA haben den Goldpreis am Dienstag gestützt. Das Edelmetall hat im Handelsverlauf erstmals seit mehreren Wochen wieder die Hürde von 1.200 Dollar genommen. Aktuell kostet Gold 1.196 Dollar nach 1.186 am Vorabend.

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Neuer Abwärtssog für die Preise baut sich aber bereits auf: Indien, der größte Goldverbraucher der Welt, kämpft gegen das ausufernde Handelsdefizit und will deshalb gegen die steigenden Goldimporte vorgehen. Die Regierung arbeitet an neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Goldeinfuhren, teilte ein Vertreter des Finanzministeriums mit. Das Riesenland ist traditionell einer der größten Goldkäufer, weil die indische Schmuckindustrie Jahr für Jahr Unmengen des gelben Edelmetalls verarbeitet.

In den vergangenen Monaten hatte die Nachfrage noch zugenommen. Denn der Goldpreis fiel pünktlich zum Beginn der indischen Festivalperiode, wenn viele Inder Gold kaufen, weil es Glück verheißt. Außerdem hatte die Regierung gerade erst Handelsschranken gelockert. Nun will die Regierung den Goldimport bremsen - das dürfte die Talfahrt des Edelmetalls weiter beschleunigen.

Öl-Duell zwischen USA und Opec

Den Preisverfall beim Öl kann der schwache Dollar anders als bei Gold aber nicht aufhalten.  Die Ölpreise sind auch am Dienstag gefallen, allerdings mit etwas geringerem Tempo. Rohöl der US-Sorte WTI verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 75,15 Dollar. Die Überversorgung des Marktes mache Öl derzeit wenig attraktiv, heißt es. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete 78,91 US-Dollar. Das waren 40 Cent weniger als am Montag.

Seit Wochenbeginn deutet sich am Ölmarkt dennoch eine Stabilisierung an. Am Markt hieß es, es zeichneten sich zunehmend Konfliktlinien innerhalb des Ölkartells Opec ab. Eine Produktionskürzung erscheint zwar immer noch unwahrscheinlich. Einzelne Mitgliedsländer wie Iran oder Venezuela zeigen sich aber unzufrieden angesichts der seit Sommer um 30 Prozent gefallenen Preise.

Die Opec-Länder werden sich Ende November in Wien beratschlagen. Zahlreiche Beobachter sprechen von einem Preiskampf zwischen großen Opec-Staaten wie Saudi-Arabien und amerikanischen Schieferölproduzenten. Saudi-Arabien ist das mit Abstand größte Ölförderland in der Opec.

Quelle: n-tv.de

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