Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Schwache Daten vom US-Häusermarkt: Goldpreis nähert sich 1400 Dollar

Die Neubauverkäufe in den USA brechen überraschend ein. Gold profitiert von den Zweifeln an der US-Konjunktur. Rohstoffhändler sehen in den Zahlen ein starkes Signal an die Fed.

Die schwachen Daten vom US-Immobiliemarkt treiben den Goldpreis steil nach oben in Richtung der 1.400er Marke und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Der Euro nähert sich gleichzeitig wieder der Marke von 1,34 Dollar.

Die Daten nähren Befürchtungen, dass gestiegene Hypothekenzinsen die Lage im Wohnungssektor insgesamt eintrüben und damit die gesamte Wirtschaftsentwicklung belasten könnten. "Die schwachen Neubauverkäufe sind ein starkes Signal an die Fed, welchen Schaden die steigenden Zinsen am Immobilienmarkt bereits angerichtet haben", sagte ein Händler.

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Er erwartet, dass die "Tapering-Anhänger" nun gebremst werden. Denn die US-Notenbank habe bei ihrer Geldpolitik den Immobilienmarkt und den Arbeitsmarkt im Blick. Die zehnjährigen US-Zinsen kommen auf 2,84 Prozent zurück von 2,90 Prozent vor Veröffentlichung der schwachen US-Daten.

An den Finanzmärkten wird mittlerweile verstärkt spekuliert, dass die US-Notenbank die Drosselung ihrer Wertpapierkäufe verschieben wird. Neue Erkenntnisse erhoffen sich Anleger vom bis Samstag dauernden Notenbanktreffen in Jackson Hole. "Obwohl Fed-Chairman Bernanke nicht dabei ist, wird auf die Aussagen anderer Fed-Mitglieder im Hinblick auf die Reduzierung der Wertpapierkäufe geachtet werden", sagt Analyst Ishaq Siddiqi von ETX Capital.

Die Entwicklung am Goldmarkt polarisiert zurzeit. Während die großen institutionellen Anleger seit Monaten ihre Depots räumen, nutzen Privatanleger und Konsumenten die Preidelle, um sich mit Gold einzudecken. Analysten sehen auf dem jetzigen Niveau zwischen 1380 bis 1400 Dollar erhebliche charttechnische Widerstände. Demnächst sollte sich zeigen, ob das "Panik-Tief" von April bei 1350 Dollar nachhaltig überwunden ist.

Konjunkturoptimismus treibt Ölpreis

Die Ölpreise hielten sich auf ebenfalls hohem Niveau. Nach spürbaren Gewinnen am Vortag lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober am Nachmittag bei 111,07 Dollar. Das war sogar noch einmal knapp ein Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI gab dagegen leicht um 0,3 Prozent nach auf 104,67 Dollar.

Am Donnerstag hatten die Ölnotierungen vor allem von robusten Konjunkturdaten profitiert. So deuteten die Einkaufsmanagerindizes - eine Umfrage unter Unternehmen - auf eine konjunkturelle Erholung in China und der Eurozone hin. Zudem zeigten Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt, dass sich die dortige Lage weiter entspannt. Dies alles spricht für eine etwas höhere Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin.

Kohle teurer

Die Aussicht auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in Europa treibt auch den Preis für Kohle in die Höhe. So kostete eine Tonne zur Lieferung in einen nordeuropäischen Hafen am Freitag mit 76,60 Dollar 0,70 Dollar mehr als in der Vorwoche. Da sich die konjunkturelle Erholung voraussichtlich fortsetze, müsse in den kommenden Quartalen mit weiteren Preisaufschlägen gerechnet werden, schrieben die Experten der Deutschen Bank in einem Kommentar.

Andere Analysten prognostizierten Ähnliches und verwiesen zusätzlich auf die gestiegene China-Nachfrage. Die Kohle-Einfuhren (exklusive Braunkohle) der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft stiegen den Angaben des chinesischen Zollamts zufolge im Juli um 26 Prozent auf 22,77 Millionen Tonnen.

Quelle: n-tv.de

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