Wirtschaft
Am Ende eines turbulenten Tages markiert der Dax einen neuen Schlussrekord.
Am Ende eines turbulenten Tages markiert der Dax einen neuen Schlussrekord.(Foto: picture alliance / dpa)

Dax schließt in luftiger Höhe: Griechen-Drama hat Wall Street im Griff

Auf eine Berg- und Talfahrt schickt der Streit um griechische Schulden die Märkte in den USA und Deutschland. Dennoch reicht es beim Dax für ein neues Allzeithoch. Und auch die wall Street zeigt sich letztlich stabil.

Das griechische Drama hat Anleger beiderseits des Atlantiks gebremst und die Indizes auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Weitere Themen waren waren der Ölpreis und Berichtsunternehmen. Griechenland stellte einen Antrag auf Verlängerung des Kreditprogramms, der vom deutschen Finanzministerium aber als unzureichend bezeichnet wurde.

An der Wall Street verlor der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent auf 17.986 Punkte. Der S&P 500 fiel um 0,1 Prozent auf 2097 Punkte. Allerdings erreichte der Index im Verlauf ein neues Allzeithoch bei 2102 Punkten. Der technologielastigere Nasdaq Composite gewann dagegen 0,4 Prozent auf 4925 Punkte.

In Frankfurt hatte der deutsche Leitindex Dax im Tagesverlauf die Grenze zwischen Gewinn- und Verlustzone überschritten - und markierte ganz nebenbei ein neues Allzeithoch bei 11.022 Punkten. Danach ging die Berg- und Talfahrt weiter. Am Ende schloss der Dax 0,4 Prozent im Plus bei 11.002 Punkten - ein neuer Rekord. Der MDax stieg um 0,8 Prozent auf 19.650 Zählern - gleichzeitig ein neues Allzeithoch. Der technologielastige TecDax notierte 0,3 Prozent im Plus bei 1540 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,6 Prozent und beschloss den Handelstag bei 3485 Zählern.

Tendenziell wurde die Stimmung am Markt aber von der US-Geldpolitik etwas gestützt. Die US-Notenbank will laut Protokoll der letzten Sitzung weiterhin geduldig mit Zinserhöhungen sein, das stützt den Euro. Allerdings hat die US-Notenbank auch gewarnt, je nach Entwicklung könnten die Zinsen schneller erhöht werden,als vom Markt angenommen.

Keine Impulse durch US-Konjunkturdaten

Im US-Handel blieben die Konjunkturdaten ohne Wirkung. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen unerwartet gut aus, der Philadelphia-Fed-Index blieb hinter den Erwartungen, blieb aber im Expansionsbereich und belegte so die weitere Stärkung der US-Wirtschaft.

Am Aktienmarkt wurden die letzten Höhepunkte der auslaufenden Berichtssaison abgearbeitet. Bei Wal-Mart gerieten gute Umsatzzahlen in den Schatten des schwachen Gewinnausblicks. Die Aktie gab um 3,2 Prozent nach. Das Online-Reisebüro Priceline Group wartete mit starken Zahlen auf, was die Aktie 8,5 Prozent nach oben trieb. Ähnlich sah es bei der Restaurantkette B.J.s Restaurants aus, die einen unerwartet starken Gewinnanstieg auswies. Die Aktie sprang um 14 Prozent nach oben.

T-Mobile US hat mit seinem Viertquartalsergebnis deutlich besser abgeschnitten als im Konsens erwartet. Ursächlich dafür ist, dass T-Mobile den Konkurrenten Kunden abjagen konnte, ohne dass damit ähnlich hohe Kosten verbunden waren wie im früheren Jahresverlauf 2014. Die Papiere legten um 2,8 Prozent zu.

Deutsche Aktien: Adidas sprinten an die Dax-Spitze

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Bei den Einzelwerten standen Adidas-Aktien im Rampenlicht. Die Anteilsscheine des Sportartikelherstellers legten satte 5 Prozent zu und standen damit einsam an der Spitze des Dax. Es war bekannt geworden, dass zwei Jahre vor dem erwarteten Abschied von Adidas-Chef Herbert Hainer der Aufsichtsrat die Suche nach einem Nachfolger auch formal in die Wege leitet.

Verlierer waren nach Bekanntgabe von Zahlen zunächst Deutsche Börse, die am Ende aber 1,3 Prozent zulegten. Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte mit dem Verzicht auf eine Dividendenerhöhung die Anleger zunächst enttäuscht.

ThyssenKrupp gaben um 0,8 Prozent nach, nachdem die UBS ihre Verkaufsempfehlung bekräftigt und das Kursziel auf 15 Euro gesenkt hat. Ganz hinten im Dax landeten RWE, die 1,4 Prozent verloren.

Mit weitem Abstand auf die Verfolger schlossen Rheinmetall an der Spitze des MDax - die Aktien zogen um 7,9 Prozent an. Der Rüstungskonzern hatte 2014 seinen Gewinn zwar halbiert, aber weniger stark eingebüßt als von vielen befürchtet.

Nach enttäuschenden Zahlen ließen Stada nach zuvor deutlichen Verlusten am Ende 0,7 Prozent nach. Das schwächelnde Russland-Geschäft belastete den Gewinn des Pharmakonzerns.

Nach der Vorlage von Geschäftszahlen hatten die Anleger bei Dialog Semiconductor Kasse gemacht. Der TecDax-Titel schloss nach anfänglich starken Verlusten am Ende 0,8 Prozent im Minus.

Mit Aktienkäufen honorierten die Anleger die Rückkehr der Modefirma Tom Tailor in die Gewinnzone. Die SDax-Aktien legten 2,1 Prozent zu. Zufrieden warne die Anleger auch mit Takkt. Der Büromöbel-Versandhändler hatte mit seinen Geschäftszahlen positiv überrascht. Die Titel stiegen um 3,4 Prozent und schlossen damit an der Spitze des SDax.

Athen schwankt - Moskauer im Sinkflug

Nach der deutschen Ablehnung der von der Regierung in Athen beantragten Brückenfinanzierung für Griechenland dreht die Athener Börse zunächst ins Minus. Der FTSE/Athex fällt zwischenzeitlich um 1,7 Prozent. Am Ende erholt sich der Index aber wieder und schließt 1,3 Prozent im Plus. Angesichts fallender Ölpreise haben Anleger wieder Gelder aus den russischen Märkten abgezogen. Der Leitindex RTS der Moskauer Börse fällt um 2,5 Prozent auf 907 Punkte.

Devisen: Rubel kommt zurück, Euro lässt ebenfalls nach

Auch der russische Rubel gibt nach. Dollar und Euro verteuern sich um jeweils gut ein Prozent auf 62,15 und 70,99 Rubel. Die russische Währung könnte Strategen zufolge allerdings bald Unterstützung bekommen: Zum Monatsende hin tauschen Exportfirmen einen Teil ihrer in Fremdwährungen erzielten Gewinne in Rubel um, um ihre Steuern in Russland zu zahlen. "Wir rechnen damit, dass Exportfirmen vermehrt Währungsgeschäfte im Vorfeld der Steuerzahlungen kommende Woche abwickeln", sagte Devisenexperte Maxim Korovin von VTb Capital.

Der Euro rutschte mit den Entwicklungen um Griechenland wieder unter die Marke von 1,14 Dollar. Aktuell geht die Gemeinschaftswährung mit 1,1362 Dollar um, nach einem Tageshoch bei 1,1455 Dollar.

Rohstoffe: Ölpreise wieder unter Druck

Mehr im Blick stand die Entwicklung am Ölmarkt, der sehr wechselhaft tendierte. Zum Settlement verlor der Preis für ein Barrel der Sorte WTI 1,9 Prozent auf 51,16 Dollar. Hier belasteten besonders die Daten des American Petroleum Institute, die eine extreme Zunahme des Angebots anzeigten. Doch der Preis entfernte sich deutlich vom Tagestief, nachdem Daten des Energieministeriums publiziert wurden. Der dort verzeichnete Zuwachs der Rohöl-Bestände fiel geringer aus als von manchem befürchtet.

Am Goldmarkt gabe der Preis leicht nach auf 1.207 Dollar je Feinunze. Am Mittwoch war der Preis für noch zwischenzeitlich erstmals seit Anfang Januar unter die Marke von 1.200 Dollar gerutscht, erholte sich aber mit dem Fed-Protokoll.

Asien: Hochstimmung in Tokio, China-Börse geschlossen

Das überraschend starke Wachstum der japanischen Exportwirtschaft hat am Donnerstag den Tokioter Aktienmarkt in Schwung gebracht. Der Nikkei-Index schloss auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Besonders gefragt waren unter anderem Finanzwerte. In den meisten anderen Ländern Asiens blieben die Märkte wegen des Neujahrsfestes geschlossen, so auch in China, Singapur, Taiwan und Südkorea.

Gut sind die Vorgaben aus Asien: Der Nikkei-Index verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 18.265 Zähler. Das ist der höchste Schlussstand seit Mai 2000. Händler führten als einen Grund wachsenden Optimismus über die Entwicklung der japanischen Wirtschaft an.

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Quelle: n-tv.de

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