Wirtschaft
Der ungewisse Ausgang der Wahlen in Griechenland schürt Ängste vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise.
Der ungewisse Ausgang der Wahlen in Griechenland schürt Ängste vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Bilanzsaison verspricht Impulse: Griechen-Wahl könnte Dax belasten

Mit bangen Blicken schauen die Dax-Anleger auf die Umfragen vor den Neuwahlen in Griechenland. Sollte die Linkspartei vorne bleiben, könnte der Dax darunter leiden. Ein positiv ausfallender Auftakt zur US-Berichtssaison hingegen könnte die Laune deutlich heben.

Die Dax-Anleger wird auch in der neuen Börsenwoche die Unsicherheit vor den anstehenden Neuwahlen in Griechenland umtreiben. "Wenn die Linkspartei in den Umfragen vorne gesehen wird, kann das Thema erneut ein Belastungsfaktor sein", sagt Marktstratege Christian Jasperneite von MM Warburg. Denn dann könnte die Angst vor einem Ende der griechischen Sparpolitik rund zwei Wochen vor den Wahlen wieder um sich greifen.

Positive Impulse dürften laut Experten hingegen von der startenden Bilanzsaison in den USA kommen: Am Montag wird der Aluminiumproduzent Alcoa traditionell als erster Großkonzern Einblick in seine Bücher geben. Hoffnungen auf gute Geschäfte haben die Anleger vor allem beim für die US-Wirtschaft wichtigen Einzelhandel.

Wegen des billigeren Sprits dürfte mehr Geld für Kleidung oder sonstige Konsumgüter übrig sein. Die Sorge um den künftigen Kurs der Regierung in Athen und der Verfall der Ölpreise belasteten bereits die abgelaufene Woche.

Der Dax büßte auf Wochensicht 1,2 Prozent ein. Er ging mit 9648 Zählern aus dem Handel. Zwischenzeitlich sah es aber noch schlimmer aus, der Leitindex war unter 9400 Punkte gefallen.

Griechen könnte das Geld ausgehen

Dass in Griechenland das Linksbündnis Syriza, das den Sparkurs lockern will, stärkste Kraft werden könnte, schürte Ängste vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland aus der Währungsunion ausscheidet ist unseres Erachtens jedoch eher gering", urteilen die Helaba-Analysten.

Nach Ansicht der Commerzbank fürchten hingegen einige Beobachter, dass dem griechischen Staat bei einer langwierigen Regierungsbildung mit erneuten Wahlen das Geld ausgeht. "Denn solange keine handlungsfähige Regierung im Amt ist, wird es wohl keine frischen Hilfsgelder geben."

Ungewiss ist auch das weitere Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie prüft Insidern zufolge mehrere Strategien für ein großangelegtes Programm zum Kauf von Staatsanleihen (QE), es sei aber noch nichts in trockenen Tüchern. Börsianer erwarten, dass die EZB auf ihrer Sitzung am 22. Januar ein solches Programm beschließt, um einen Preisverfall auf breiter Front in der Eurozone zu verhindern. Zuletzt waren die Preise um 0,2 Prozent gesunken.

Spannend könnte es am Mittwoch werden: Dann wird vor dem Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die Vorentscheidung zum sogenannten OMT-Anleihekaufprogramm (OMT steht für „Outright Monetary Transactions“) fallen - also dem Ankauf von Anleihen der Eurozonen-Staaten. Insgesamt steht dabei die Frage im Raum, wie weit die Zentralbank in ihrer Geldpolitik gehen darf. Wegen der Reformauflagen, die bei OMT an den Kauf von Anleihen angeschlagener Euro-Staaten geknüpft sind, sehen Kritiker in OMT kein legitimes Instrument der Geld- sondern der Wirtschaftspolitik. Das sei in dieser Form für die EZB nicht zulässig.

Aus den USA regnet es Wirtschaftsdaten

In den USA stehen Zahlen aus der Finanzbranche an, unter anderem legen JP Morgan, Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs an. "Sollten diese günstig ausfallen, könnten die Anleger sich auch hiesigen Bankenwerten verstärkt zuwenden", sagt Jasperneite.

Zudem werden Börsianer die amerikanischen Konjunkturdaten für Dezember im Blick behalten, unter anderem die US-Einzelhandelsumsätze am Mittwoch und die Industrieproduktion am Freitag. "Vom Trend her sollte alles für ein robustes Schlussquartal sprechen", urteilt die BayernLB.

Marktspekulationen über einen vorgezogenen Quartalsbericht gab es zuletzt bei SAP. Der Softwarekonzern hat den Umsatz im traditionell verkaufsstärksten Schlussquartal nach Einschätzung von Analysten um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert. Offiziell steht der Bericht am 20. Januar an.

Quelle: n-tv.de

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