Wirtschaft
An der Börse in Seoul beginnt das Jahr 2013 mit einem Paukenschlag.
An der Börse in Seoul beginnt das Jahr 2013 mit einem Paukenschlag.(Foto: AP)

Seoul schließt breit im Plus: Gute Laune an Asiens Börsen

Die Einigung auf einen vorerst tragfähigen Kompromiss im US-Haushaltsstreit löst an den asiatischen Aktienmärkten große Erleichterung aus: An den Handelsplätzen in China, Australien und Südkorea ziehen die Kurse auf breiter Front an. In Japan herrscht noch Feiertagsruhe.

"Rally Korea": Die Zuversicht ist groß - auch aus nachbarschaftlichen Gründen.
"Rally Korea": Die Zuversicht ist groß - auch aus nachbarschaftlichen Gründen.(Foto: AP)

Die Börsen in Asien haben mit einem Höhenflug auf das Ende des US-Haushaltsstreits reagiert. Der MSCI-Asien-Pazifik-Index, der alle Börsen außer der in Japan zusammenfasst, legte um 1,9 Prozent zu. Die Tokioter Börse blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

Der Leitindex der Hongkonger Börse gewann mehr als 2 Prozent, der südkoreanische Kospi-Index legte 1,7 Prozent zu. In Australien stiegen die Aktien auf den höchsten Wert seit 19 Monaten. Händler sahen die Einigung in den USA mit Erleichterung. Denn ohne die Verständigung wären automatisch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft getreten. Das hätte die Gefahr einer Rezession in den USA und damit massive Auswirkungen für die Weltwirtschaft bedeutet.

Das Repräsentantenhaus in Washington wandte den sogenannten "Sturz über die Fiskalklippe" mit der Einigung in letzter Minute ab. In der Nacht zum Mittwoch stimmte es nach stundenlangen Verhandlungen für einen Kompromissvorschlag des Senats, der viele automatisch in Kraft getretene Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen aufhebt.

Allerdings werden zahlreiche Sparmaßnahmen mit einem Volumen von mehr als einer Billion Dollar zunächst nur um zwei Monate verschoben, so dass neuer Streit im Kongress programmiert ist. Die Einigung galt trotzdem als Sieg für Präsident Barack Obama, da die Republikaner insbesondere bei der Besteuerung von reichen Amerikanern Zugeständnisse machen mussten.

Schatten vor dem Jahreswechsel

Die zähen Verhandlungen im US-Haushaltsstreit hatten die Stimmung der Anleger an den asiatischen Aktienmärkten vor dem Jahreswechsel schwer belastet: Die bis zuletzt ausbleibenden Fortschritte im US-Haushaltsstreit hielten die wichtigsten Indizes in Asien im Bann. Sollte es keine Einigung geben, werde der große Ausverkauf beginnen, hatte ein Investmentberater von Beam Capital Management die allgemeine Stimmung beschrieben.

Nur wenige Börsen waren am letzten Tag des Jahres 2012 in Asien noch aktiv: Während in Japan, Südkorea und Taiwan kein Handel stattfand, waren die Märkte in Australien, Hongkong und Singapur halbtags geöffnet. Der australische Leitindex schloss 0,5 Prozent im Minus. Im Gesamtjahr stieg der Index dennoch um 14,6 Prozent - der größte Jahresgewinn seit 2009.

Die Singapurer Börse verlor am 31. Dezember 0,8 Prozent, auf Jahressicht verbuchte der Index jedoch ein Plus von 20,6 Prozent. Trotz guter Konjunkturdaten von der chinesischen Industrie ging der Hongkonger Hang Seng Index kaum verändert aus dem Handel. Auch für diesen Index war es das beste Jahr seit 2009. Von den guten Aussichten für die chinesische Wirtschaft profitierte vor allem die Shanghaier Leitbörse, die am letzten Tag des Jahres 1,6 Prozent zulegte und damit aufs Jahressicht 3,2 Prozent gewann.

Quelle: n-tv.de

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