Wirtschaft
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Nikkei fester: Hongkong wartet auf Verbund

Der Yen ist leicht gesunken und stützt damit die Aktienkurse an der Tokioter Börse. Dennoch hemmt die Händler eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die weiteren Geldpolitik der US-Notenbank. Die chinesischen Börsen werden von anderen Neuigkeiten belastet.

Während sich die meisten ostasiatischen Börsenplätze freundlich präsentierten, kam es an den chinesischen Börsen zu Verlusten. In Hongkong und Schanghai lastete die Nachricht, dass die geplante Handelsverbindung zwischen den beiden Börsen offenbar verschoben wird. Am Sonntag hatte der Hongkonger Börsenbetreiber mitgeteilt, es liege für den geplanten Verbund noch keine Genehmigung der Regulierer vor. Die Verzahnung der beiden Börsen soll vor allem den Zugang ausländischer Anleger zu chinesischen Aktien erleichtern.

Anleger hatten damit gerechnet, dass das neue System vor Ende Oktober starten kann. Die Aktie des Börsenbetreibers Hong Kong Exchanges & Clearing verlor 4,4 Prozent. Das Papier hatte 33 Prozent zugelegt, seitdem die Kooperation Mitte April mitgeteilt worden war. Auch der Schanghaier Leitindex hatte mit dieser Ankündigung zugelegt, da die Börse mit einer Umsetzung der Pläne von Arbitrage-Geschäften profitieren dürfte. Denn an beiden chinesischen Börsen gelistete Aktien werden in der Regel auf dem Festland niedriger bewertet.

In Hongkong sorgte auch weiter der politische Konflikt um mehr Demokratie für das verhaltene Geschäft. Teilnehmer vermuteten, dass diese Bewegung einer der Gründe für die Verschiebung des Handelsverbunds mit Schanghai ist. Die Aktien von China Vanke verloren 2,8 Prozent, nachdem der Umsatz des Unternehmens weniger als 1 Prozent zum Vorjahr gestiegen ist. Dies wurde am Markt als weiterer Beleg für den Abschwung des Immobilienmarkts gesehen. Dagegen drehten Angang Steel ins Plus und stiegen 1,5 Prozent. Zwar hatte der Stahlkonzern ein Umsatzminus zu verkraften, doch mit dem Nettogewinn ging es kräftig aufwärts, angefacht durch die günstigeren Preise für Rohstoffe.

An den übrigen Börsen herrschte ein positiver Grundton, stimuliert durch die guten Vorgaben von der Wall Street. In Japan schlugen sich die Teilnehmer im Verlauf zunehmend auf die Käuferseite, so dass der Nikkei zum Handelsende 0,6 Prozent im Plus lag. Etwas Unterstützung kam zunächst auch vom leicht schwächeren Yen, der sich allerdings vom Tagestief erholte. Ein Dollar wurde mit 108,02 Yen bezahlt. Trotz der schwungvollen Aufwärtsbewegung hielt sich der Umsatz in Grenzen, wie Teilnehmer sagten. Grund sei eine gewisse Unsicherheit vor der Fed-Sitzung, deren Ergebnisse am Mittwoch anstehen. Am Markt kursieren Spekulationen auf Aussagen in Richtung einer weicheren Geldpolitik, da die Konjunkturdaten gegenwärtig in vielen Regionen weltweit flau ausfallen.

Tokyo Electric Power (Tepco) sprangen um 16,5 Prozent in die Höhe. Laut einem Bericht in der Zeitung "Nikkei" dürfte das Unternehmen aufs Jahr gerechnet einen Vorsteuergewinn von 125 Milliarden Yen verbuchen, nach 43,2 Milliarden Yen im Vorjahr. "Das zweite profitable Jahr ohne Atomenergie ist beeindruckend und überraschend", sagte der Händler eines europäischen Brokerhauses.

Japan Petroleum Exploration alias Japex stiegen um 2,2 Prozent. Das Unternehmen hat die Ziele für den operativen und den Netto-Gewinn kräftig angehoben. Spannend sei nun, ob dies einmaligen Faktoren zu verdanken sei, sagte ein Analyst.

Die Aktie von Toho Holdings sauste um knapp 12 Prozent abwärts, nachdem die Unternehmensleitung die Ziele für das Gesamtjahr gesenkt hat. Der Konzern verwies auf den schrumpfenden Pharmamarkt. SMBC Nikko Securities hat die Aktie abgestuft.

In Australien erholten sich unter anderem die Finanzwerte und trieben den Gesamtmarkt 0,9 Prozent nach oben. Damit hat der Leitindex wieder das Niveau von Mitte September erreicht und zugleich die Hälfte des kräftigen Rückschlags von Anfang September bis Mitte Oktober aufgeholt. National Australia Bank stiegen um 0,8 Prozent und Westpac Banking um 1 Prozent. Minenwerte tendierten dagegen leichter. Die Aktien der Fluglinie Qantas kletterten um 5,3 Prozent nach oben. Die UBS hat den Wert auf Buy von Neutral nach oben genommen, nachdem das Unternehmen vergangene Woche den günstigen Treibstoffpreis und die entschärfte heimische Wettbewerbslage thematisiert hatte.

Quelle: n-tv.de

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