Wirtschaft
Europa will Griechenland helfen und den eigenen Haushalt auf gesunde Füße stellen.
Europa will Griechenland helfen und den eigenen Haushalt auf gesunde Füße stellen.(Foto: REUTERS)

Gemeinschaftswährung im Aufwärtstrend: Ifo-Index stützt den Euro

An den Devisenmärkten schöpfen die Anleger - anders als an den Börsen - wieder mehr Hoffnung: Der Ifo-Geschäftsklimaindex steigt überraschend und gibt auch dem Euro Auftrieb. Und auch das Schuldendrama in Griechenland beflügelt weiter die Phantasien der Anleger.

Mit Megafon gegen den europäischen Sparzwang: In Portugal protestieren Studierende vor dem Parlament.
Mit Megafon gegen den europäischen Sparzwang: In Portugal protestieren Studierende vor dem Parlament.(Foto: AP)

Der überraschende Anstiegdes Ifo-Geschäftsklimaindex hat den Euro am Freitag über der psychologisch wichtigenMarke von 1,29 US-Dollar gehalten. Darüber hinaus sorgten Spekulationen um einebaldige Freigabe weiterer Hilfsgelder für Griechenland für eine positivere Stimmung.Die Gemeinschaftswährung kostete 1,2903 US-Dollar nach 1,2893 US-Dollar zum EZB-Fixingam Vortag.

"Das aufgehellte Geschäftsklimamacht Hoffnung, dass sich die Wirtschaft nach einem wahrscheinlich schwachen viertenQuartal stabilisiert", sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. "Manmuss jedoch noch abwarten: Ein Anstieg ist noch kein Signal für einen Wendepunkt."Das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft stieg im November auf 101,4 Punktevon 100,0 Zählern im Vormonat. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatsich damit überraschend aufgehellt.

Beim Thema Griechenlandwachse unter Investoren die Zuversicht, dass sich die Geldgeber einigen und weitereHilfskredite auszahlen werden, sagte Devisenstratege Paul Robson von der Royal Bankof Scotland. "Ich rechne aber nicht mit einem Anstieg des Euro-Kurses auf sehrviel mehr als 1,30 US-Dollar."

Einem hochrangigen Regierungsvertreterzufolge haben sich die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) inder wichtigen Frage des Schuldenziels für Griechenland angenähert. Um zu einer endgültigenLösung zu kommen, müsse aber noch eine Finanzlücke von zehn Mrd. Euro geschlossenwerden. Für den kommenden Montag ist ein weiteres Treffen der Euro-Finanzministerangesetzt, nachdem sich die Runde am vergangenen Dienstag nicht auf weitere Hilfenfür Griechenland hatte einigen können.

Investoren am Rentenmarktreagierten zurückhaltend auf eine mögliche Annährung der Griechenland-Gläubiger.Der Bund-Future legte fünf Ticks auf 142,21 Punkte zu. "So lange kein offiziellesStatement vorliegt, in dem die geplanten Maßnahmen - insbesondere zur Umschuldung- detailliert ausgeführt werden, werden wir keine größere Kursreaktion sehen",sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti.

In Fernost hatte der Euro in der Nacht kaum verändert tendiert. Die Gemeinschaftswährung profitierte weiterhin von Hoffnungen der Händler, dass es trotz der zunächst gescheiterten Verhandlungen über weitere Finanzhilfen für Griechenland am kommenden Montag doch noch zu einer Einigung kommen werde. Ein Euro kostete am frühen Morgen 1,2881 Dollar. Er lag damit weiterhin im Bereich des am Vortag markierten höchsten Stands seit drei Wochen von 1,2899 Dollar. Zur japanischen Währung gab der Euro 0,1 Prozent nach auf 106,11 Yen. Ein Dollar kostete 82,30 Yen und 0,9349 Schweizer Franken. Für einen Euro wurden 1,2043 Franken fällig.

Quelle: n-tv.de