Wirtschaft
Preissturz beim Öl: Wer bringt hier die Fässer ins Trudeln?
Preissturz beim Öl: Wer bringt hier die Fässer ins Trudeln?(Foto: picture alliance / dpa)

Gerüchte über Hedgefonds-Wetten: Ist die Ölpreis-Party zu Ende?

Der Ölmarkt ist weiterhin angeschlagen. So viel steht fest. Die Frage ist nur, warum? Wer oder was steht hinter dieser anhaltenden Talfahrt? Ist es die Furcht vor einem Ende der Dollarflut? Die Gerüchteküche brodelt. Manche meinen gar, ein Hedgefonds stecke dahinter.

Die Diskussion um ein mögliches vorzeitiges Ende der ultra-lockeren US-Geldpolitik hat weitere Verkäufe an zahlreichen Rohstoffmärkten ausgelöst. Verstärkt wurden sie Börsianern zufolge von Gerüchten, die seit dem Vortag kursieren und denen zufolge ein Hegdefonds als Folge der Spekulationen um einen Stopp der Fed-Anleihekäufe größere Positionen verkaufen musste.

Hedgefonds und deren mutmaßlich wilden Spekulationen? Nicht jeder ist überzeugt davon. "Wir alle haben die Gerüchte gehört, bislang hat aber noch niemand einen Beweis dafür gesehen", gab Finanzmarkt-Experte Yuji Saito von der Credit Agricole in Tokio zu bedenken.

Trotzdem ist der Abwärtstrend nicht zu leugnen. Das Nordsee-Öl Brent verbilligte sich nach dem Preisrutsch am Vortag noch einmal um ein Prozent auf 114,42 Dollar je Barrel. Die Sorte WTI aus den USA kostete mit 93,82 Dollar 1,5 Prozent weniger als am Vortag. Am Mittwochnachmittag war es zu einem regelrechten Preissturz gekommen. Innerhalb von rund zehn Minuten büßte der Ölpreis mehr als zwei Dollar ein.

Auf der Suche nach weiteren Gründen für die Preisabschläge verwiesen Marktteilnehmer auch auf die erneut gestiegenen Lagerbestände nach API in den USA. Sie gelten als Richtungshinweis für die offiziellen Daten des Energieministeriums, die am Nachmittag zur Vorlage kommen. Experten rechnen hier mit einem erneuten Anstieg der Lagerbestände an Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Ende der Ölpreis-Party?

Die Anzeichen, dass die Ölpreis-Rally ein für allemal zu Ende ist, mehren sich. "Aus charttechnischer Sicht besteht derzeit das Potenzial für eine Umkehrung des Aufwärtstrends, der im November eingesetzt hat", brachte es Ric Spooner von CMC Markets in Sydney auf eine theoretische Formel. Rückblickend verwies er dabei darauf, dass das Bemerkenswerte an der Rally die Tatsache gewesen sei, dass sich der Ölpreis vor dem Hintergrund eines umfangreichen Angebots erholt habe.

Schon die Rally wurde maßgeblich den Wetten von Hedgefonds und Großbanken zugeschrieben. Beobachtern zufolge sollen sie ihre Spekulationen auf steigende Kurse binnen kürzester Zeit verdoppelt und damit den Ölpreis nach oben getrieben haben. Belegen lässt sich aber auch das nicht. Wie groß der Einfluss von Hedgefonds und Banken auf die Preise tatsächlich ist, und ob und wie man ihn begrenzen kann, darüber wird unter Händlern, Analysten und Börsenaufsehern seit langem gestritten.

Der Kupferpreis folgte dem Ölpreis nach unten. Kupfer notierte ein Prozent tiefer bei 7879 Dollar je Tonne und war damit so billig wie zuletzt Ende Dezember.

Auch der Goldpreis setzt seine Abwärtsbewegung fort, wenn auch mit einem verminderten Tempo. Hier kostet die Feinunze 1.571 Dollar, nach einem Settlement bei 1.578 Dollar am Vortag. Sollte die Fed die geldpolitischen Zügel anziehen, verringert sich die Inflationsgefahr. Gold würde dann nicht mehr als Schutz gegen die Geldentwertung gebraucht.

Quelle: n-tv.de

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