Wirtschaft
Kaffee-Bauern können nur schwer auf andere Nutzpflanzen umschwenken.
Kaffee-Bauern können nur schwer auf andere Nutzpflanzen umschwenken.(Foto: REUTERS)

Anleger lassen Finger von Gold: Kaffee und Zucker billiger

Am Kaffee- und Zuckermarkt brechen wegen eines Überangebots die Preise ein. Das erwartete baldige Straffung der US-Geldpolitik setzt dem Goldpreis zu. Weil das Edelmetall gerne als Inflationsschutz gekauft wird, schwindet das Interesse.

Ein Überangebot hat die Preise für Kaffee und Zucker in den Keller getrieben. Der US-Terminkontrakt auf Rohzucker fiel um bis zu 0,8 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 16,55 US-Cent je Pfund. Der in London gehandelte Future auf raffinierten Zucker verlor ähnlich stark auf 446,20 Dollar je Tonne.

Wegen des Kursverfalls des brasilianischen Real versuchten die dortigen Produzenten, möglichst viel von ihren Bestände zu verkaufen, sagte Analyst Tom Pugh von Capital Economics.

Am Kaffee-Markt brachen die Kurse für die Sorten Arabica und Robusta in der Spitze um jeweils zwei Prozent auf 1,0625 Dollar je Pfund beziehungsweise 1635 Dollar je Tonne ein. Da Kaffee-Bauern nur schwer auf andere Nutzpflanzen umschwenken könnten, werde sich an dem Überangebot so schnell nichts ändern, betonte Rohstoff-Experte Pugh.

Hat Gold als Inflationsschutz ausgedient?

Sind die Jobdaten am Freitag  besser als erwartet, dürften die Preise weiter purzeln.
Sind die Jobdaten am Freitag besser als erwartet, dürften die Preise weiter purzeln.(Foto: picture alliance / dpa)

Spekulationen auf ein baldiges Auslaufen des Anleihe-Kaufprogramms der US-Notenbank Fed belasteten derweil den Goldpreis. Die Feinunze verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 1232,19 Dollar.

"Die Märkte sind derzeit eher auf fallende Preise eingestellt", sagte ein Händler. Mit Beginn des Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik sinkt die Attraktivität des Goldes als Inflationsschutz. Daher rechneten Händler mit größten Preisrückschlägen, sollten die am Freitag anstehenden Monatsdaten vom US-Arbeitsmarkt besser als erwartet ausfallen. "Der Goldpreis könnte dann auf 1220 Dollar fallen", sagte ein Händler.

Die Fed hat ihre Geldpolitik von einer nachhaltigen Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt abhängig gemacht. In der nächsten Woche werden die Notenbanker zum letzten Mal in diesem Jahr turnusmäßig die Geldpolitik beraten. Viele Anleger vermuten, dass ein sehr guter Arbeitsmarktbericht die Fed dazu bewegen könnte, eine Verringerung ihrer Anleihekäufe von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar anzukündigen. Die meisten Fachleute rechnen mit einer Drosselung der Geldflut für März 2014. Das gelbe Metall hat im laufenden Jahr schon mächtig Federn gelassen: Ende 2012 notierte Gold noch bei 1674,34 Dollar.

WTI und Brent laufen auseinander

Die Ölpreise zeigten sich wieder uneinheitlich. Ein Rückgang der Ölreserven in den USA habe den Preis für US-Öl weiter gestützt, hieß es von Händlern. Ein Barrel (159 Liter) amerikanisches Rohöl der Sorte WTI zur Lieferung im Januar kostete im asiatischen Handel 98,02 US-Dollar. Das waren 91 Cent mehr als am Vortag.

Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent notierte am Nachmittag unverändert bei 111,61 Dollar. Der US-Ölpreis profitiert weiter von den Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl. In der größten Volkswirtschaft der Welt gingen die Reserven erstmals seit zehn Wochen zurück - und das auch noch überraschend stark.

Quelle: n-tv.de

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