Wirtschaft
Ein Ende der Geldflut ist nicht absehbar - also wird es noch gern ausgegeben.
Ein Ende der Geldflut ist nicht absehbar - also wird es noch gern ausgegeben.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Geld bleibt billig: Kauflaune treibt Aktienmarkt

Die mit Spannung erwarteten Ausführungen von US-Notenbank-Chef Bernanke lockern die Verspannung am Markt. Mit der Aussicht auf weiterhin billiges Geld kehren die Investoren zurück und beflügeln den Handel. Die Titel legen auf breiter Front zu. Einzig die Praktiker-Aktionäre haben derzeit völlig andere Sorgen.

Die Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke haben für gute Laune am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Nach einem abwartenden Tag legten die Indizes wieder deutlich zu. Letztlich gewann der Dax 1,1 Prozent auf 8159 Zähler. Auf Wochensicht liegt er damit bislang rund viereinhalb Prozent im Plus. Der MDax gwann 0,4 Prozent auf 14.001 Zähler. Der TecDax stieg um 1,6 Prozent auf 987 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog 0,8 Prozent an auf 2682 Stellen an.

Bernanke hatte am Vorabend betont, dass die an den Finanzmärkten ab Herbst erwartete schrittweise geldpolitische Straffung in den USA keineswegs ausgemacht sei. Bernanke sorge mit der erneuten Zusicherung "sehr expansiver Geldpolitik für absehbare Zeit" bei den Anlegern für weiter gute Laune, hieß es.

Zudem ergab eine Umfrage von cognitrend, dass sich nur noch jeder vierte Investor am Markt zu den Pessimisten zähle. Das ist ein Rückgang um neun Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche. Die Zahl der Bullen ist dagegen um vier Punkte auf 48 Prozent gestiegen. An der Seitenlinie stehen 28 Prozent der Investoren, ein Plus von fünf Punkten.

Wenig Verlierer unter den Einzeltiteln

Im Dax beendeten Lanxess den Handel als Tagessieger und legten 3,8 Prozent auf 46,61 Euro zu. Die Papiere holten die Verluste der vergangenen 30 Tage auf, hieß es. HeidelbergCement stiegen um 3,5 Prozent auf  51,97 Euro. ThyssenKrupp kletterten nach einer Kurszielanhebung um 2,7 Prozent auf 15,29 Euro. Gegen den Trend verloren einzig Continental. Die Papiere des Autozulieferes schlossen jedoch mit einem Minus von 0,1 Prozent fast auf dem Vortageskurs.

In der zweiten Reihe zogen Kloeckner + Co um 5,3 Prozent auf 8,93 Euro an. Salzgitter kletterten 3,6 Prozent auf 26,75 Euro zu. Beide folgten damit - wie Thyssenkrupp im Dax - dem europäischen Trend einer größeren Nachfrage nach Rohstofftiteln. LEG Immobilien verteuerten sich um 2,3 Prozent auf 39,50 Euro.

Die Verlierer werden indes von SGL Carbon angeführt, die 3,7 Prozent auf 21,39 Euro nachgaben. Puma sanken um 2,6 Prozent. Unter den Titeln im Minus sind auch Südzucker, mit einem Abschlag von 1,9 Prozent auf 24,47 Euro. Die Papiere hatten den Tag noch deutlich im Plus gewonnen. Allerdings trübte dann offenbar doch der geringere Verdienst bei gleichzeitig höherem Umsatz im ersten Quartal die Stimmung. Fielmann, die ebenfalls Zahlen vorgelegt hatten, büßten 1,4 Prozent auf 80,25 Euro ein. Zwar hatte die Optikerkette Umsatz und Vorsteuergewinn gesteigert - die Analysten hatten die Latte jedoch etwas höher gelegt.

Im TecDax erhöhten sich Stratec Biomedical um 3,3 Prozent auf 32,89 Euro. QSC gewannen 3,2 Prozent auf 2,98 Euro. Leichter gingen derweil Qiagen aus dem Handel. Die Titel gaben 1,1 Prozent nach. Euromicron, Suess Microtec und SMA Solar mit Abgaben zwischen 0,2 und 0,7 Prozent vervollständigten das Verlierer-Quartett.

Bitter war der Tag für die Praktiker-Aktionäre. Das Papier der insolventen Baumarktkette verloren 65 Prozent auf 0,13 Euro. Gänzlich anders erging es den Inhabern von Annington-Papieren. Das Börsendebüt endete als Erfolg. Nachdem die Wohnungsgesellschaft den Preis der Aktie für den zweiten Anlauf aufs Parkett deutlich auf 16,50 Euro herabgesetzt hatte, gingen die Papiere mit 17,10 Euro in den Handel und kosteten am Ende sogar 17,55 Euro - ein Plus von 18 Prozent. Allerdings gingen die 35 Millionen Aktien ausschließlich an große Investoren, Kleinanleger schauten in die Röhre.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen