Wirtschaft
Kleine Kapriolen ja, Absturz nein.
Kleine Kapriolen ja, Absturz nein.(Foto: picture alliance / dpa)

Wall Street-Vorschau: Keine Angst vor Höhenflügen

Die jüngste Gewinnserie des Dow-Jones-Index lässt sich sich sehen: Zehn Handelstage in Folge verbucht er durchweg Gewinne, am Donnerstag schließt auf einem Allzeithoch. Die kleine Pause zum Wochenschluss sei ihm also gegönnt, meinen Marktbeobachter. In der neuen Woche darf die Rally aber weitergehen.

Der Höhenflug der Wall Street dürfte nach Einschätzung von Analysten in der kommenden Woche anhalten. "Wir befinden uns zwar auf Rekordniveau, aber wenn man sich die Aktien im richtigen Zusammenhang anschaut, sind sie überhaupt nicht teuer", sagte Paul Zemsky vom Vermögensberater ING Investment Management in New York.

Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis gebe es noch Luft nach oben. Die derzeitige Marke liege noch unter dem historischen Mittel. Zur Attraktivität des Aktienmarktes im Vergleich zum Bondmarkt trägt bei, dass die Zinsen weiterhin rekordniedrig sind und die Dividenden steigen.

Im laufenden Jahr ist der Dow-Jones-Index der Standardwerte bisher um elf Prozent geklettert und hatte zuletzt eine Serie von Rekorden erzielt. Der breiter gefasste S&P-500 legte 9,4 Prozent zu. In der abgelaufenen Woche stieg der Dow 0,8 Prozent auf 14.514 Punkte, der S&P 0,6 Prozent auf 1560 Stellen und die Nasdaq knapp 0,2 Prozent auf 3249 Zähler.

Trotz der allgemeinen Zuversicht bleiben Fragen offen. Diese drehen sich hauptsächlich um die Auswirkungen der US-Haushaltsverhandlungen, die schwer absehbar sind, und die Fed, bei der es Anzeichen gibt, dass sie eher als erwartet wieder den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal nimmt.

Nach Einschätzung von Analysten gibt es genügend Aktien von Großkonzernen, die unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden und damit Potenzial für Gewinne aufweisen. Nach Daten von Thomson Reuters Starmine ist der Apple-Kurs derzeit rund 28 Prozent unter Wert, bei der Bank of America sind es sogar 53 Prozent. Die Aktie des iPhone- und iPad-Konzerns hat in diesem Jahr fast 17 Prozent verloren.

Im Vergleich erscheinen den Beobachtern vor allem die Papiere von Google und Amazon als recht teuer. Amazons Anteilsschein liegt demnach rund 85 Prozent über Wert. "Man muss auswählen. Ganzheitlich betrachtet befinden wir uns in einem guten Markt, gestützt von Dividenden und Geschäftszahlen, aber im Einzelnen sind einige Unternehmen bereits deutlich überbewertet", sagte Portfolio-Manager John Carey von Pioneer Investment.

Rückenwind für den Aktienmarkt erhoffen sich Börsianer von Konjunkturdaten. Am Donnerstag stehen die US-Frühindikatoren und das Stimmungsbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) auf der Agenda. Am Mittwoch gibt Fed-Chef Ben Bernanke eine seiner viel beachteten Pressekonferenzen.

Quelle: n-tv.de

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