Wirtschaft
Wohin geht die Richtung beim Dax?
Wohin geht die Richtung beim Dax?(Foto: picture alliance / dpa)

Dax-Vorschau: Konjunktur rückt in den Fokus

Die Berichtssaison der großen Konzerne ist vorbei. In der neuen Handelswoche stehen wieder die Konjunkturdaten und die Staatsschuldenkrise in Griechenland auf der Agenda der Anleger am deutschen Aktienmarkt. Dabei könnte es die ein oder andere positive Überraschung geben. Eine Kursrally ist Marktexperten zufolge aber nicht zu erwarten.

Mit dem Auslaufen der Berichtssaison werden in der neuen Woche wieder Konjunkturdaten die Richtung des deutschen Aktienmarktes vorgeben. Dabei besteht nach Einschätzung von Analysten die Chance, dass sich der Dax stabilisiert oder vielleicht sogar erholt. In der alten Woche verlor der deutsche Leitindex bis mehr als 2 Prozent.

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"Die Kursverluste der vergangenen Wochen waren etwas zu viel des Schlechten", sagt NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp hält den Pessimismus der Anleger für überzogen. "Wir empfehlen daher, die aktuelle Kursschwäche zum Aufstocken von Aktienpositionen zu nutzen."

Eine Kursrally sei vorerst aber nicht zu erwarten, betont NordLB-Experte Basse. Schließlich sorgten die ungelösten Schuldenkrisen in den USA und Europa weiterhin für Verunsicherung. "Da werden viele abwarten, bis sich der Nebel lichtet", fügt er hinzu. Auch die bevorstehenden Feiertage würden Investoren sicher dazu veranlassen, nur mit angezogener Handbremse zu agieren. Die Wall Street bleibt am Donnerstag wegen des US-Erntedankfestes (Thanksgiving) geschlossen und macht am Freitag vorzeitig zu. Am Freitag gibt es in Japan wegen eines Feiertages keinerlei Aktienhandel.

Erst die Fiskalklippe, dann die Rezension

In den USA laufen zum Jahresende Steuererleichterungen aus, gleichzeitig drohen automatische Ausgabenkürzungen, wenn sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Ohne eine Beilegung des Haushaltsstreits könnte die weltgrößte Volkswirtschaft über diese sogenannte "Fiskalklippe" in die Rezession stürzen. "Eine schnelle Aussicht auf Einigung würde einen positiven Impuls aussenden, was jedoch eher unwahrscheinlich ist", resümieren die Analysten der Landesbank Berlin in ihrem Marktkommentar.

Bei den Konjunkturdaten richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger unter anderem auf die Früh-Indikatoren aus den USA, die am Mittwoch auf dem Terminplan stehen. Analysten rechnen mit einem Rückgang auf 0,2 Prozent von 0,6 Prozent im Vormonat.

Wegen der Bedeutung des Arbeitsmarktes für das Wirtschaftswachstum warten Börsianer auch gespannt auf die Veröffentlichung der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die wegen Thanksgiving auf Mittwoch vorgezogen wird. Allerdings ist bislang unklar, wie stark diese Zahlen durch die Auswirkungen des Wirbelsturms "Sandy" verzerrt werden. Gleiches gilt für die US-Wohnbaubeginne, die am Dienstag bekanntgegeben werden sollen.

Am Donnerstag sollen die Konjunkturindizes der deutschen und der europäischen Einkaufsmanager veröffentlicht werden. Experten sagen in beiden Fällen stagnierende Werte voraus. Am Freitag folgt dann der Ifo-Geschäftsklimaindex. Analysten rechnen mit einem Rückgang des Stimmungsbarometers auf 99,5 Punkte von 100 Zählern im Vormonat.   

Weitere Hilfen für Griechenland?

Griechenland wird voraussichtlich am Dienstag wieder ins Rampenlicht rücken. An diesem Tag wollen die Euro-Finanzminister grünes Licht für die Freigabe weiterer Hilfskredite an das hoch verschuldete Land geben. Über die Bedingungen hierfür war es zuvor zum Streit zwischen den Euro-Staaten und dem zweiten Geldgeber, dem Internationalen Währungsfonds (IWF), gekommen.

Die Schuldenkrise wird auch die Euro Finance Week prägen, das größte deutsche Stelldichein für die Bankenbranche. Dabei wird die Diskussion um einen möglichen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland sicher einigen Raum einnehmen.

Geschäftszahlen stehen in der neuen Woche nur wenige an: Am Montag wird der Autovermieter Sixt voraussichtlich einen Gewinnrückgang bekanntgeben. Am Donnerstag will sich der Internet-Anbieter United Internet in die Bücher schauen lassen.

Quelle: n-tv.de

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