Wirtschaft
Zwischen Demokraten und Republikanern in den USA tobt ein erbitterter Haushaltsstreit. Der Republikaner Boehner gießt Öl ins Feuer.
Zwischen Demokraten und Republikanern in den USA tobt ein erbitterter Haushaltsstreit. Der Republikaner Boehner gießt Öl ins Feuer.(Foto: picture alliance / dpa)

Blick in die USA: Kupfer, Öl, Gold billiger

Die Stimmung an den Rohstoffmärkten ist negativ. Schuld sind einmal mehr Äußerungen aus dem Republikanerlager zum US-Haushaltsstreit. Außerdem drücken maue Konjunkturaussichten in den USA die Preise.

Die Preise am Rohstoffmarkt haben trotz der Ausweitung der lockeren Geldpolitik durch die US-Notenbank nachgegeben. Kupfer, Öl und Gold verbilligten sich zum Teil deutlich, da die Furcht vor einem schleppenden Wachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft und einem Scheitern der Verhandlungen zur Beilegung des US-Haushaltsstreits die Stimmung drückte.

Auch der zeitweise wiedererstarkte Dollar belastete die Kurse. Ein hoher Dollarkurs macht Investitionen in Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes unattraktiver.

Der Goldpreis fiel um 0,8 Prozent auf 1699 Dollar pro Feinunze. Kupfer verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 8085 Dollar je Tonne. Der Preis für Brent-Öl gab um 0,2 Prozent auf 109,32 Dollar pro Barrel nach, US-Leichtöl  wurde mit einem Abschlag von 0,3 Prozent bei 86,47 je Fass gehandelt.

Ab Januar will die Federal Reserve zusätzlich für 45 Mrd. Dollar pro Monat Staatsanleihen kaufen. Zugleich bindet die US-Zentralbank sich in ihrer Zinspolitik überraschend an feste Zielmarken für Inflation und Beschäftigung und schaltet damit geldpolitisch für die nächste Zeit auf Automatik. Bei einer Arbeitslosenquote bis 6,5 Prozent soll der Leitzins nahe null bleiben. Zuletzt lag die Quote bei 7,7 Prozent.

Sorge bereitet den Rohstoffanlegern zudem der US-Haushaltsstreit, in dem sich weiter keine Lösung abzeichnete. Jüngste Aussagen von John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses, deuten auf eine verfahrene Lage hin. Sollten sich Republikaner und Demokraten im Kongress nicht einigen, drohen im neuen Jahr Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen Anfang 2013, die die US-Wirtschaft in die Rezession stürzen könnten. Auf mittlere Sicht dürfte die Furcht vor einer Konjunkturdelle aber zumindest den Goldpreis stützen, da das Edelmetall von Anlegern in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gern als sicherer Hafen angesteuert wird.

Der Ölpreis sank auch deshalb, weil sich die Öllager in den USA in der Vorwoche unerwartet stark gefüllt hatten. "Die Produktion in den USA ist ziemlich hoch und die umfassenden Lagerbestände von Rohölprodukten signalisieren, dass die Nachfrage ziemlich schwach ist", sagte ANZ-Rohstoffanalystin Natalie Rampono in Melbourne. Eigentlich müsse der Bedarf im Winter sehr viel höher sein.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen