Wirtschaft
Börsenkurse sind wie Augenbrauen: Es kann nicht immer nur nach oben gehen.
Börsenkurse sind wie Augenbrauen: Es kann nicht immer nur nach oben gehen.(Foto: AP)

Wall-Street-Vorschau: Letzte Chancen im Oktober

Die neue Börsenwoche beginnt mit einem Paukenschlag: An der New Yorker Wall Street warten Händler und Anleger gespannt auf die Geschäftszahlen von Apple. Wird sich der Aufwärtstrend an den US-Börsen vor dem Monatswechsel fortsetzen?

Gute Quartalszahlen, unter anderem von Microsoft und Amazon, haben am Ende der Handelswoche die Indizes an der Wall Street auf neue Rekordhochs getrieben: Der S&P-500 stieg nach einer Schlussrally auf ein neues Allzeithoch bei 1759,77 Punkten. Es war bereits das fünfte Rekordhoch in den vergangenen sieben Handelstagen. Der Nasdaq-Composite markierte bei 3961 Punkten ein neues Jahreshoch. Dass die US-Indizes nicht noch stärker nach oben liefen, lag nach Ansicht von Beobachtern an einem einzigen Grund, den eher negativ aufgenommen US-Konjunkturdaten.

In der neuen Woche dürften weitere Zwischenergebnisse zum abgelaufenen Quartal die Begeisterung der Anleger befeuern: Zahlen werden an der New Yorker Wall Street gleich zu Wochenbeginn unter anderem von prestigeträchtigen Schwergewichten wie dem Pharmariesen Merck&Co und dem Kultkonzern Apple erwartet.

Am zweiten Handelstag der Woche folgt der Branchengigant Pfizer mit seinen Geschäftszahlen. Auf Konjunkturseite dürften Anlagestrategen einen Blick für den Case-Shiller-Hauspreisindex und den Index zum Verbrauchervertrauen (Conference Board) reservieren. Am Mittwoch folgt unter anderem der Zwischenbericht von General Motors (GM) mit neuen Hinweisen zur Lage im US-Autobau, der ADP-Arbeitsmarktbericht für Oktober und die Daten zum US-Wirtschaftswachstum (BIP) im dritten Quartal. Tags darauf dürfte ExxonMobil einen weiteren Milliardengewinn im Rohstoffsektor vorlegen. Die US-Kaffeehauskette Starbucks öffnet ebenfalls am Donnerstag die Bücher. Die US-Börsenwoche endet schließlich am Freitag mit Zahlen von Chevron, den Bauausgaben, US-Autoabsatz und dem ISM-Index aus der US-Industrie im Oktober.

Die Signale aus dem Inneren der US-Wirtschaft bekommt angesichts der jüngst vorgelegten Daten besondere Bedeutung: Zuletzt konnte der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter einer verbreiteten Lesart zufolge nur vordergründig positiv überraschen. Der Anstieg um 3,7 Prozent im September übertraf zwar den Ökonomenkonsens, der ein Plus von 2,5 Prozent vorhergesagt hatte. Transporte ausgenommen wurde aber ein Rückgang um 0,1 Prozent verzeichnet. Hier hatten die Volkswirte einen Anstieg um 0,5 Prozent prognostiziert.

Auch die Zweitveröffentlichung des Uni-Michigan-Index der Verbraucherstimmung für Oktober enttäuschte mit einem Stand von 73,2. Ökonomen hatten hier einen Anstieg auf 75,0 erwartet. Insgesamt wurden die Daten als erneuter Hinweis darauf interpretiert, dass sich die Wirtschaft nur zögerlich erholt. Das wiederum spricht dafür, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Wirtschaft des Landes noch länger mit billigem Geld versorgen wird.

Vor dem Wochenende ging es für den Dow-Jones-Index noch einmal um 0,4 Prozent auf 15.570 Punkte nach oben. Der S&P-500 verzeichnete am letzten Handelstag der Woche einen Aufschlag von 0,4 Prozent auf knapp 1760 Punkte. Der Nasdaq-Composite verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 3943 Punkte.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen die jüngsten Ergebnisse der laufenden Berichtssaison: Die bisherige Zwischenbilanz fällt positiv aus. Von den bislang vorgelegten Quartalsausweisen sind 52 Prozent gut ausgefallen, beim Gewinn je Aktie haben sogar 72 Prozent der Berichtsunternehmen die Erwartungen übertroffen.

Quelle: n-tv.de

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