Wirtschaft
Wenn die Fed an der Zinsschraube dreht, wirkt sich das auch auf den Euro aus.
Wenn die Fed an der Zinsschraube dreht, wirkt sich das auch auf den Euro aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Und plötzlich 1,3640 Dollar: Größere Kauforder treibt Euro an

Erhöht die Fed den Leitzins? Und wenn ja, wann? Das sind die Fragen, die die Devisenhändler derzeit beschäftigen. Das Währungspaar Euro-Dollar steht daher im Blick. Aber davor gibt es einen regelrechten Kurssprung.

Der Euro macht am Mittwochnachmittag einen deutlichen Sprung nach oben. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,3640 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittag den Referenzkurs auf 1,3603 Dollar fest nach  1,3589 Dollar am Dienstag festgesetzt.

Händler konnten keinen nachrichtlichen Impuls für die Kursgewinne des Euro zum US-Dollar ausmachen. "Man hört, es sei eine größere Kauforder im Markt. Dazu würde passen, dass sich die Aktien- und Fixed-Income-Märkte im Unterschied zum Euro kaum bewegen", sagt ein Devisenhändler.

Was steht in den Protokollen?

Hauptgesprächsthema unter den Devisenhändlerin blieben aber die Spekulationen über den Zeitpunkt einer Zinserhöhung in den USA. Mit Spannung erwarteten Investoren daher am Mittwoch das Protokoll der Fed-Sitzung vom Juni, dessen Veröffentlichung am Abend ansteht.

Nach den zuletzt robust ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten hatten Anleger wieder verstärkt darauf gesetzt, dass die US-Notenbank die Zinsen früher als erwartet anheben könnte. Im Protokoll dürfte deutlich werden, dass der Offenmarktausschuss weiterhin in der Frage gespalten sei, ob Zinserhöhungen eher früher als später angemessen seien, schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in einem Kommentar.

In der Eurozone dürften zuvor bereits die Aussagen von Zentralbankvertretern auf besonderes Interesse am Devisenmarkt stoßen. EZB-Direktor Praet dürfte vermutlich erneut bekräftigen, dass die expansive Ausrichtung der Europäischen Zentralbank für längere Zeit beibehalten werde und die Notenbank auch weiterhin handlungsfähig und -bereit sei. Ähnliche Äußerungen werden auch von EZB-Präsident Mario Draghi am Abend erwartet.

Neuseeland und seine Kreditwürdigkeit

Spekulationen auf eine bessere Bonitätsnote für Neuseeland verleihen der Währung des Landes am Mittwoch zusätzlich Auftrieb. Der Neuseeland-Dollar stieg um bis zu 0,4 Prozent und war mit 0,8817 US-Dollar so teuer wie zuletzt im August 2011. Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch angekündigt, eine Anhebung der Bonitätsnote "AA" prüfen zu wollen.

Das garantiert noch keine Hochstufung auf 'AA+', aber die Chancen haben sich deutlich verbessert", sagte Annette Beacher, Chef-Analystin für die Asien/Pazifik-Region bei TDSecurities.

Der Neuseeland-Dollar hat dank der vergleichsweise hohen Leitzinsen in den vergangenen Wochen kontinuierlich zugelegt. Experten gehen davon aus, dass die neuseeländische Notenbank den Schlüsselsatz von derzeit 3,25 (Euro-Zone: 0,15) Prozent im Monatsverlauf um weitere 25 Basispunkte anheben wird.

Quelle: n-tv.de

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