Wirtschaft
Softbank ist die Mutter des US-Unternehmens Sprint.
Softbank ist die Mutter des US-Unternehmens Sprint.(Foto: REUTERS)

Geopolitik bereitet Sorgen: Asien-Anleger gehen in Deckung

Ukraine, Argentinien, die Fed - die "Großwetterlage" wirft eine Menge Fragen auf. Die Investoren sind verunsichert. An der Börse in Tokio bekommt das Indexschwergewicht Softbank zudem das Aus des Sprint-Deals zu spüren.

Schwache Vorgaben der Wall Street haben auf die Börsen in Fernost gedrückt. Wie bereits in den USA sorgte auch in Asien die Ukraine-Krise weiter für Verunsicherung.

In Tokio ging der Nikkei der 225 führenden Werte mit einem Minus von einem Prozent bei 15.159 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix verlor ebenfalls knapp ein Prozent auf 1251 Zähler. Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans fiel um 0,35 Prozent.

Für Verluste an der Tokioter Börse sorgte insbesondere ein kräftiges Kursminus beim Mobilfunker Softbank, der Mutter von Sprint. Das US-Unternehmen hat einem Insider zufolge sein Angebot für die Deutsche-Telekom–Tochter T-Mobile US wegen kartellrechtlicher Hürden zurückgezogen. Für Softbank-Aktien ging es um 3,5 Prozent nach unten.

Bei den Einzelwerten standen auch Aktien von Toyota im Interesse der Anleger. Der Autohersteller konnte seinen Gewinn deutlicher als erwartet steigern. Die Aktie fiel dennoch um knapp ein Prozent.

Analysten sagten, die Anleger hielten sich auch wegen der Entwicklungen in der Ukraine und in Argentinien zurück. "Die große Frage für den Markt ist aber, wann die Fed die Zinsen erhöht", sagte Investmentexperte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Chinas Bankenwerte verlieren

An den chinesischen Handelsplätzen ging zudem die Befürchtung um, die Notenbank könnte bald die recht lockeren Geldzügel anziehen, weil sich die Konjunktur weiter stabilisiert. Analyst Zhang Gang von Central China Securities sprach von "der Möglichkeit der ersten echten Korrektur seit Beginn der jüngsten Rally Ende Juli." Die Reaktion auf die Versuche der Zentralbank, die Liquidität zu verringern, hielt der Experte jedoch für übertrieben.

Unter den Einzelwerten fanden sich in China vor allem Titel aus den Bereichen Bankenwesen und Immobilienentwicklung bei den Verlierern: China Citic Bank, Industrial Bank und Bank of Communications büßten 2,0 bzw. 1,9 und 0,4 Prozent ein. Im Immobiliensektor verbilligten sich China Vanke um 1,6 und COFCO Property um 3,1 Prozent.

Getrieben von der Hoffnung auf eine Branchenkonsolidierung gehörten Aktien aus dem Bereich Metall zu den klaren Gewinnern. Chalco stiegen, nur gebremst vom Tageslimit, um 10 Prozent, Western Mining und Yunnan Aluminium legten um 4,8 bzw. 4,1 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

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