Wirtschaft
Schmuddelwetter in Tokio: Der Mundschutz soll vor Ansteckungen schützen und zählt in Japan zum gewohnten Straßenbild.
Schmuddelwetter in Tokio: Der Mundschutz soll vor Ansteckungen schützen und zählt in Japan zum gewohnten Straßenbild.(Foto: AP)

Kalter Wind aus China: Tokio kann die Marke nicht halten

Was am Ende der Handelswoche zählt, ist ein positiver Schluss. An der Tokioter Börse gelingt das allen Konjunkturdaten zum Trotz nicht. Anleger reagieren verunsichert auf die chinesischen Perspektiven.

Die Stimmung an den ostasiatischen Finanzmärkten hat sich auch zum Wochenausklang nicht aufgehellt. An den Börsen der Region ging es trotz positiver Vorgaben aus den USA auch am Freitag überwiegend südwärts mit den Kursen. Das Geschäft wurde allerdings insgesamt als ruhig bezeichnet, zumal an vielen Börsen der Region wegen des Beginns der Neujahrsfeiern zum chinesischen Jahr des Pferdes nicht gehandelt wurde. Die Märkte in China, Südkorea, Taiwan, Indonesien, Malaysia und Vietnam waren geschlossen und öffnen in der kommenden Woche erst nach und nach wieder.

In Tokio verlor der Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 14.915 Punkte, nachdem er sich zum Ende des Handels von zuvor noch stärkeren Verlusten  zum Teil erholen konnte. Seit Jahresbeginn hat das wichtige Börsenbarometer rund 8,5 Prozent verloren, womit der Januar der schwächste Börsenmonat in Tokio seit Mai 2012 war. Einige Händler erklärten die neuerlichen Verluste mit Positionsanpassungen zum Monatsende.

Konjunkturzahlen in Japan

Während von der Währungsseite diesmal kaum Impulse kamen - der Yen hatte zunächst zwar etwas zugelegt, kam dann aber wieder zurück auf das Niveau des Vortages um 102,50 je Dollar - galt es eine ganze Flut an Konjunkturzahlen zu verarbeiten. Insgesamt waren diese gemischt ausgefallen. Positiv dürften die Marktteilnehmer den etwas höher als erwartet ausgefallenen Anstieg der Kernverbraucherpreise zur Kenntnis genommen haben, negativ dagegen den schwächer als erwartet ausgefallenen Anstieg der Industrieproduktion und der Ausgaben der privaten Haushalte.

Neben dem andauernden Liquiditätsabfluss aus vielen Schwellenländern ließen vor allem die Sorgen der Anleger um die Konjunktur in China keine Kauflaune aufkommen. Aus China wird am Wochenende der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe erwartet. Er steht besonders im Fokus, nachdem der von HSBC ermittelte Index in zweiter Lesung mit 45,5 noch einen Tick schwächer ausgefallen war als in der vorläufigen Schätzung.

Insbesondere für Australien und den australischen Dollar könne der Index wegen der starken Abhängigkeit des Landes von der Nachfrage aus China starke Impulse bringen, hieß es bei TD Securities vorausschauend. Zuletzt zeigte sich der Austral-Dollar nach seiner Erholung am Vortag wieder schwächer bei 0,8764 US-Dollar. Der Aktienmarkt in Sydney schloss kaum verändert.

Fusionsgerücht in Australien aufgewärmt

Ein PMI-Wert unter der Expansionsschwelle von 50 dürfte vor allem die Risikoneigung an den Märkten weiter dämpfen, als Signal für ein schwächeres Wachstum sollte er aber nicht überbewertet werden, so Analystin Annette Beacher.

Einzelaktien wurden in Tokio stärker bewegt von der Quartalsberichtssaison. Japan Tobacco gewannen 5,7 Prozent, Fujitsu 13 Prozent, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, sein Handy-Geschäft bis Ende des nächsten Fiskaljahres profitabel zu machen. Toshiba verloren dagegen 7,5 Prozent. Die vorgelegten Geschäftszahlen waren zwar solide ausgefallen, dem Unternehmen wurde aber verübelt, dass es seinen Ausblick nicht angehoben habe, wie es hieß.

Für Gesprächsstoff am australischen Aktienmarkt sorgt ein wieder aufgewärmtes Fusionsangebot des Kaufhausbetreibers Myer an David Jones. Bereits im Oktober hatte David Jones dieses zurückgewiesen. Gleichwohl stieg der Kurs von David Jones um 4,1 Prozent. Myer gaben um 1,6 Prozent nach.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen