Wirtschaft
In der Schottland-Frage steigt die Zahl der Fragezeichen.
In der Schottland-Frage steigt die Zahl der Fragezeichen.(Foto: picture alliance / dpa)

Kann Adidas USA nicht?: Dax kann sich nicht entscheiden

Sie werden doch nicht etwa? Die Mehrheit der Befürworter einer Unabhängigkeit Schottlands überrascht die Märkte. Zudem sinkt der Sentix-Indikator unerwartet. Dagegen legen die deutschen Exporte ordentlich zu. Investoren halten sich zurück.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Ende eines bewegungsarmen Handelstages noch in die Gewinnzone gerettet. Der Leitindex Dax ging mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent bei 9758 Punkten aus dem Handel und hielt sich damit besser als die meisten europäischen Börsen. Der MDax schloss nahezu unverändert bei 16.341 Stellen. Der TecDax stieg 0,4 Prozent auf 1265 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 fiel um 0,2 Prozent auf 3268 Punkte zurück.

Im Tagesverlauf hatten Zugewinne der Sezessionisten in der Schottland-Frage für Sorgenmienen auf dem Parkett gesorgt. Vor allem das Pfund und der Londoner Markt gerieten unter Druck. Zudem lastete der Sentix-Konjunkturindikator auf die Stimmung: Er ist auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen. "Kein gutes Zeichen für die Unternehmensgewinne", sagte ein Händler. Dem stand indes eine positive Studie von Goldman Sachs zu weltweiten Aktien gegenüber.

In den Hintergrund traten derweil die deutschen Exportdaten. Erstmals sind die Ausfuhren im Juli über die Marke von 100 Milliarden Euro gklettert. Zudem übertrafen Chinas Verkäufe ins Ausland zumindest die Erwartungen.

Banken, Rohstoff-Firmen, Versorger in London unter Druck

In London wurden vor allem britische Bankenaktien verkauft. Eine Neubewertung der künftigen schottischen Währung könnte laut Beobachtern zur Folge haben, dass Anleger Depots bei schottischen Banken räumen - was wiederum die Aktienkurse schottischer Geldhäuser unter Druck setzen dürfte.

"Der Markt sorgt sich darum, wie es mit den Staatsschulden weiter geht", sagt ein Händler. Sie müssten bei einer Unabhängigkeit Schottlands neu aufgeteilt werden, und da dürfte Streit vorprogrammiert sein. Die Aktien der Öl- und Gasunternehmen fassten Marktteilnehmer ebenfalls nur mit spitzen Fingern an.

Vorsicht bei Adidas

Im Dax hielten sich Banken- und Versicherertitel besser als der Markt. Im Handel wurde weiter auf den positiven Effekt der Ankündigung eines ABS-Kaufprogramms durch die EZB verwiesen. Den Tagessieg strichen Fresenius ein, die 1,9 Prozent fester aus dem Handel gingen. SAP kletterten um 1,2 Prozent. FMC gewannen 1,1 Prozent. Daneben waren Continental, Deutsche Börse und SAP gesucht. Fundamentale Nachrichten liegen indes nicht vor.

Am anderen Ende verbilligten sich BASF um 0,8 Prozent. Eon sanken um 0,4 Prozent. Adidas verloren 0,2 Prozent. Grund ist ein Bericht, demzufolge der Sportartikelhersteller in den USA auf Platz 3 zurückgefallen ist. "Vor allem der Umsatzeinbruch von 23 Prozent bei den Sportschuhen hört sich dramatisch an", meint ein Händler. "Es wirkt, als hat Adidas kein Gespür mehr für den wichtigsten Markt der Welt, während Nike umgekehrt in Europa immer stärker wird."

In der zweiten Reihe erhöhten sich Klöckner + Co. um 3,1 Prozent. Salzgitter zogen 2,5 Prozent an. Beide Stahlwerte profitieren von Spekulationen über einen europäischen Investitionsfonds. "Davon würden neben der Bauindustrie Stahlkonzerne besonders profitieren", sagt ein Händler. Fielmann verteuerten sich um 1,6 Prozent. Deutsche Wohnen erhöhten sich um 1,5 Prozent an. Beide Papiere wurden von positiven Analystenkommentaren getragen.

Abwärts ging es unter anderen für Südzucker, die sich um 1,0 Prozent verbilligten. Grund ist die Aussicht auf sinkende Zuckerpreise. In London führen Associated British Foods die Verlierer an. Der Rückgang bei Umsatz und Gewinn im Zuckergeschäft werde sich auch im kommenden Geschäftsjahr fortsetzen,  hieß es vom Unternehmen. Bilfinger fielen nach inzwischen drei Gewinnwarnungen in wenigen Wochen 1,8 Prozent zurück. Die größten Abschläge mussten mit 3,6 Prozent Tui hinnehmen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen