Wirtschaft
D wie Deutschland: Wenn die US-Zinsen steigen, dürfte dem Dax schnell die Luft ausgehen.
D wie Deutschland: Wenn die US-Zinsen steigen, dürfte dem Dax schnell die Luft ausgehen.(Foto: REUTERS)

Apple-Show mit Makeln: Dax verbucht leichte Verluste

Gewinnmitnahmen und Sorgen vor einer neuen Eskalation in der Ukraine lasten auf dem Handel. Anleger machen nach den jüngsten Aufschlägen vielfach Kasse - und halten sich bedeckt. Ansonsten bewegt Apple einige Kurse - aber nicht nur nach oben.

Belastet von der Furcht vor einer neuerlichen Eskalation der Ukraine-Krise sowie Spekulationen über eine frühere Zinswende in den USA haben sich die Anleger in Europa bedeckt gehalten. Für den Dax ging es moderat um 0,1 Prozent auf 9700 Punkte zurück. Der MDax sank  dagegen um 0,7 Prozent auf 16.167 Stellen. Der TecDax verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 1249 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 schloss nahezu unverändert bei 3244 Punkten.

Insgesamt setzte der deutsche Leitindex seine seit Wochenbeginn verhaltene Entwicklung fort - davor hatte er eine mehrtägige Rally hingelegt. "Die Luft ist raus am deutschen Aktienmarkt", sagte Analyst Jens Klatt vom Broker DailyFX das Geschehen.

Der Tag nach der Apple-Show

Im Fokus der Einzeltitel standen nach der Präsentation neuer Produkte die Apple-Papiere. Die Vorstellung habe keine großen Überraschungen gebracht, sagten Börsianer. Die Geräte hätten nicht das Potenzial, die Erwartungen an das Konzernergebnis nach oben zu verschieben, sagt Analyst Andy Hargreaves von Pacific Crest Securities. Der angekündigte Bezahl-Service Apple Pay erhöhe zwar die Kundenbindung, sein Gewinnbeitrag werde voraussichtlich aber gering bleiben.

Der Chiphersteller Infineon sank um 0,1 Prozent. Der Zulieferer Dialog Semiconductor verbilligte sich um 3,1 Prozent. Die Aktie des Uhrenherstellers Swatch verlor mit der Ankündigung der Apple Watch 1,8 Prozent. Den Chip- und EC-Karten-Hersteller Gemalto sehen die Analysten der Rabobank indes als einen Gewinner des künftigen Apple-Pay-Systems wegen dessen Nutzung der Near-Field Communication-Technologie (NFC). Die Weiterentwicklung des NFC-Marktes dürfte für einen kräftigen Nachfrageschub für Gemaltos kontaktlose Chips sorgen. Gemalto-Titel stiegen 1,1 Prozent.

Bei Fiat wirkte der Rüpcktritt von Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo. Für ihn wird der CEO des Mutterkonzerns Fiat, Sergio Marchionne, das Ruder übernehmen. Ferrari leidet seit Jahren unter sportlichen Misserfolgen. Fiat-Aktien stiegen um 1,9 Prozent.

Autobauer unter Druck

Im Dax mussten die Autobauer die größten Abschläage hinnehmenoben. Neben Gewinnmitnahmen drückte die Nachricht, China plane eine Öffnung der bisher konzerngebundenen Händlernetze. Daimler und BMW verloren 1,2 und 1,0 Prozent. Volkswagen verbilligen sich um 0,8 Prozent.

ThyssenKrupp fielen um 0,8 Prozent zurück. Die Barclays Bank riet zum Untergewichten der Aktie. Zwar habe das Management gute Arbeit geleistet, allerdings könnte die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen sein. Außerdem sei Thyssen immer noch mit einer strukturellen Geldverbrennung konfrontiert, was sich negativ auf die Gewinnbeteiligung der Aktionäre auswirken dürfte.

Die Anteilsscheine der Lufthansa gaben um 0,2 Prozent nach. Wegen des Pilotenstreiks in München hatte Deutschlands größte Fluggesellschaft rund 140 Flüge gestrichen - mehr als anfangs geplant. DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp rechnete mit negativen Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung des Konzerns in Höhe eines niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrags.

Gesucht waren am anderen Ende mit Commerzbank und Deutsche Bank zwei Finanztitel, die 1,8 und 0,9 Prozent zulegten. Deutsche Bank sind voraussichtlich der Gewinner der neuen Dax-Verkettung zum Ende kommender Woche. Wie immer wird nach dem großen Verfall am Freitagabend das Gewicht der Einzeltitel im Index neu festgesetzt. Aufgrund einer Kapitalerhöhung steigt das Gewicht der Deutschen Bank stark. Auch die beiden Energiewerte Eon und RWE zogen leicht an.

In der zweiten Reihe verloren einmal mehr Bilfinger. Für das Papier ging es um weitere 3,6 Prozent zurück. Kuka sanken um 3,3  Prozent. Salzgitter büßten 1,6 Prozent. Händlern zufolge hat Goldman die Titel von "Buy" auf "Neutral" heruntergenommen.

Im TecDax gaben Telefonica infolge einer Kapitalerhöhung deutlich nach. Der Titel büßte 22,5 Prozent ein. Die Aktie handelte um den Preis für das Bezugsrecht für die neuen Aktien bereinigt. Evotec verbilligten sich nach dem Drama des Vortages um weitere 1,9 Prozent ab.

Quelle: n-tv.de

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