Wirtschaft
Der Dollar gibt derzeit den Takt vor. Der Euro reagiert aber auf Konjunkturdaten aus der Eurozone - wenn auch nur leicht.
Der Dollar gibt derzeit den Takt vor. Der Euro reagiert aber auf Konjunkturdaten aus der Eurozone - wenn auch nur leicht.(Foto: REUTERS)

Industrie und US-Einzelhandel: Konjunkturdaten bewegen den Euro

Die Konjunktur drückt sich zur Wochenmitte an den Devisenmärkten in den Vordergrund. Die unerwartet schwach ausgefallene Industrieproduktion bremst den Euro aus. Am Nachmittag liefert der US-Einzelhandel dagegen einen Auftriebsimpuls.

Die Stagnation der US-Einzelhandelsumsätze im Juli hat zur Wochenmitte den Dollar belastet und deshalb den Euro etwas Auftrieb gegeben. "Vor allem der Greenback leidet", sagte ein Händler. Der Euro schaffte zwischenzeitlich den Sprung über die 1,34er Marke Dollar und pendelte sich dann um 1,3395 Dollar ein. "Vom Konsum gehen die entscheidenden Impulse für das US-Wachstum aus", so der Händler weiter. Allerdings gingen schwächere Konjunkturdaten einher mit einer zeitlichen Verschiebung der Zinserhöhungserwartungen an den Märkten nach hinten, was vor allem den Aktienmärkten tendenziell Unterstützung verleihe.

Zuvor hatten schlechter als erwartet ausgefallene Eurozonen-Konjunkturdaten den Euro unter Druck gesetz: Die Produktion ist im Juni um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen. Erwartet worden war ein Plus von 0,3 Prozent. Die Daten reihen sich in eine Serie zuletzt enttäuschender Konjunkturzahlen ein.

Euro oder Dollar?

Für die Experten der Bank of America-Merrill Lynch ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Verkauf des Euro gegen den Dollar. Der Rückgang vom Hoch am 1. Juli bei 1,3701 Dollar deute an, dass der mittel-, eventuell langfristige Trend gegen den Euro nach einer Unterbrechung wieder Gültigkeit habe. Als erstes Ziel in der Éuro-Abwärtsbewegung sieht die Bank 1,3212 Dollar, dann 1,3104 und danach die Zone bei 1,2771/1,2685 Dollar. Es könne auch noch weiter abwärts gehen. Das Szenario wäre überholt, sollte der Euro über 1,3701 Dollar steigen.

Pfund leidet unter BoE

Das britische Pfund geriet in Reaktion auf den Inflationsbericht der Bank of England (BoE) stark unter Druck. Die ersten Schlagzeilen seien "taubenhaft" ausgefallen, hieß es. So habe die BoE die erste Zinserhöhung für Anfang 2015 in den Raum gestellt. Am Markt sei sie zuletzt bereits für das vierte Quartal 2014 eingepreist worden. Zudem halbierte die BoE ihre Prognose für das Lohnwachstum 2014 von 2,5 auf 1,25 Prozent.

Das Pfund kostete 1,6728 Dollar und befindet sich damit auf einem Zweimonatstief. Zuvor hatte es bei rund 1,6800 gelegen. Gleichzeitig zieht der Euro an von rund 0,7940 auf 0,7985 Pfund.

Hrywnja wertet ab

Die Devisenanalysten der Commerzbank sehen indes die ukrainische Hrywnja kurzfristig weiter unter Abgabedruck. Die ukrainische Notenbank interveniere zwar inzwischen wieder am Devisenmarkt, um die Abwertung der Landeswährung zu bremsen - bislang aber ohne nennenswerten Erfolg. Sie betone, dass die Abwertung nicht fundamental bedingt sei. Schließlich habe sich jüngst die Leistungsbilanz deutlich verbessert.

Der Hauptgrund für die Abwertung sei die Unsicherheit rund um den Konflikt mit den prorussischen Separatisten in der Ostukraine sowie mit Russland. Dieser drohe zu eskalieren. Zuletzt seien insbesondere die Sorgen um eine militärische Intervention seitens Russlands gestiegen. Vor diesem Hintergrund verwundere es nicht, dass eine Kapitalflucht einsetze. Mit den ohnehin knappen Devisenreserven werde die ukrainische Notenbank dem wenig entgegensetzen können.

Die andauernden Kämpfe in der Ostukraine und die schwindenden Devisenreserven lasten schwer auf der ukrainischen Landeswährung Hrywnja. Sie sank am Vortag zum US-Dollar um rund 2,5 Prozent auf ihren bisher niedrigsten Stand. Für einen Dollar müssen aktuell 13,4235 Hrywnja gezahlt werden, vor Wochenfrist war es rund eine Hrywnja weniger. Seit Jahresbeginn hat die Währung über ein Drittel abgewertet.

Quelle: n-tv.de

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