Wirtschaft
Zwei Währungsräume, in den mächtige Notenbanken steuern und pumpen: Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar an Stärke.
Zwei Währungsräume, in den mächtige Notenbanken steuern und pumpen: Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar an Stärke.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Bann der Geldpolitik: Euro vertraut auf sein Stärke

Zu Wochenbeginn erweisen sich die Bewegungen an den Devisenmärkten als wenig aussagekräftig: Nach dem starken Arbeitsmarktbericht aus Washington wenden sich Währungsexperten frischen Daten aus der Eurozone zu.

Der Euro hält sich zu Wochenbeginn über der Marke bei 1,38 Dollar. Am späten Nachmittag notiert der Kurs der Gemeinschaftswährung bei 1,3877 Dollar und damit nur knapp unter dem Niveau vom zurückliegenden Wochenschluss. Der Abwärtstrend der vergangenen Tage setzt sich damit nicht fort. Vor dem Wochenende war der Euro nach den unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss leicht zurückgewichen.

In der Vorwoche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) für kräftigen Auftrieb gesorgt, indem sie geldpolitischen Lockerungen eine Abfuhr erteilte. Robuste Wirtschaftsdaten aus Italien und gestiegenes Investorenvertrauen im Währungsraum stützten zum Wochenauftakt.

Außerdem haben Hedgefonds und andere Finanzmarkt-Spekulanten ihre Wetten auf Euro-Kursgewinne zum Dollar zuletzt ausgebaut. Das zeigten neue Daten der US-Finanzaufsicht CFTC. "Wenn die Zuversicht in die Eurozone weiter zunimmt, könnte die Euro-Stärke andauern", sagte Analystin Kathleen Brooks vom Handelshaus Gain Capital.

Die EZB legte den Referenzkurs auf 1,3881 (Freitag: 1,3894) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7204 (0,7197) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83380 (0,82850) britische Pfund, 143,39 (143,02) japanische Yen und 1,2192 (1,2191) Schweizer Franken fest.

Am vergangenen Freitag hatte die Gemeinschaftswährung mit einem Kurs knapp über 1,39 US-Dollar noch den höchsten Stand seit Oktober 2011 markiert. Als Antrieb dienten Konjunkturzahlen aus Deutschland. Zu den Hautantriebsfaktoren zählten Beobachter die Auftragsdaten aus der Industrie sowie Zahlen zur Gesamtproduktion.

Nach robusten Daten aus dem US-Arbeitsmarkt war der Euro allerdings wieder zurückgefallen. Angesichts der nordamerikanischen Kältewelle hatten Analysten eigentlich mit schwächeren Zahlen gerechnet. Der Job Report wirkt sich direkt auf die Erwartungshaltung gegenüber der US-Notenbank aus. Die Währungshüter der Federal Reserve (Fed) dürften damit, so hieß es, ihren eingeschlagenen Kurs einer schrittweise zu straffenden Geldpolitik fortsetzen. Von dieser Aussicht konnte der Greenback zeitweise profitieren.

Insgesamt erscheint der Euro derzeit so stark wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr. Analysten finden mehrere Erklärungen, von denen die Geldpolitik eine der wichtigsten ist: Die EZB hatte vergangene Woche durchblicken lassen, dass eine zusätzliche Lockerung zunächst nicht ansteht. Im Gegensatz dazu pumpt die Fed jeden Monat immer noch 65 Milliarden Dollar in das Finanzsystem. Da sich die amerikanische Konjunktur aber stärker als der Euroraum erholen dürfte, gehen Beobachter von früheren Zinsanhebungen in den USA aus. Das dürfte auf lange Sicht den Dollar stärken.

Am zurückliegenden Wochenende erreichten zudem neue Konjunktursignale aus China die Öffentlichkeit: Nach den überraschend schwachen Exportsignalen fiel der Yuan zum Dollar deutlich zurück. Nach einem Tief bei 6,1594 konnte sich die chinesische Währung zu Wochenbeginn wieder leicht auf 6,1454 erholen. Im Vergleich zum Vorwochenschluss von 6,1260 Yuan je Dollar ist das dennoch ein deutliches Minus.

"Die Abwertung des Yuan dürfte begonnen haben", meinte ein Händler aus Schanghai. Die Investoren setzten eher auf eine Erholung in den USA und verkauften den Yuan angesichts der konjunkturellen Unwägbarkeiten in China.

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Quelle: n-tv.de

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