Wirtschaft
Anhaltende Stärke: Der Euro nähert sich der Marke bei 1,36 Dollar.
Anhaltende Stärke: Der Euro nähert sich der Marke bei 1,36 Dollar.(Foto: REUTERS)

Positive Konjunkturdaten stützen: Euro tänzelt um 1,36 Dollar

Der Devisenhandel steht wie alle Märkte im Zeichen des amerikanischen Thanksgiving-Feiertags. Da Impulse aus Übersee Mangelware sind, schauen Devisenanleger auf Konjunkturdaten und die Geldmenge. Die Währung der Japaner bleibt derweil unter Druck.

Am amerikanischen Thanksgiving-Feiertag haben sich Dollar und Euro relativ stabil präsentiert. Der Euro notierte größtenteils nahezu unverändert. Positive Konjunkturdaten zogen die europäische Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich über 1,36 Dollar.

Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3592 (Mittwoch: 1,3596) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7355) Euro.

Auftrieb gaben dem Euro vor allem positive Zahlen aus Spanien: Im dritten Quartal haben die privaten Haushalte erstmals seit anderthalb Jahren wieder ihre Ausgaben erhöht. Dieser Eindruck wurde durch die jüngste Entwicklung der Verbraucherpreise bestätigt. Im November waren die Preise in Spanien wieder gestiegen.

Eine Überraschung lieferten die Preisdaten aus Deutschland. Hier wurde der Trend einer sinkenden Inflation entgegen den Erwartungen gebremst: Die Teuerungsrate legte im November erstmals seit Juli wieder zu.

Jetzt warten die Anleger am Devisenmarkt gespannt auf die Veröffentlichung der Inflationsdaten für die gesamte Eurozone am Freitag. Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet im Währungsraum ebenfalls mit einem leichten Anstieg der Teuerung. Im Oktober war die Inflation im Währungsraum noch auf 0,7 Prozent gefallen und hatte eine Zinssenkung durch die EZB auf ein neues Rekordtief von 0,25 Prozent ausgelöst. Mit Blick auf die aktuellen Preisdaten sagte Experte Wortberg: "Spekulationen über weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der EZB dürften nicht forciert werden".

Im Blick stand insofern auch die Bekanntgabe des Geldmengenwachstums M3 Oktober für die Eurozone. Der Zuwachs betrug 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Prognostiziert war ein Zuwachs von 1,7 Prozent. Damit verlangsamt sich das Wachstum weiter. "Die niedrige monetäre Dynamik führt unter anderem dazu, dass die Inflationsperspektiven aktuell sehr moderat ausfallen", kommentierte die Helaba.

Yen weiter unter Druck

Zum Yen kletterte der Euro zuletzt auf 139,06 (Vorabend 138,69 Yen). Damit notierte er so hoch wie seit Juni 2009 nicht mehr. Bei rund 139 Yen liege ein großer charttechnischer Widerstand, sagten Händler. Lässt der Euro diese Hürde hinter sich, könnte es rasch weiter nach oben gehen.

Offenbar setzten immer mehr Anleger trotz der Schuldenkrise auf die konjunkturelle Erholung der Euro-Zone und bauten Euro-Positionen auf, sagte ein Händler. Darunter seien auch einige japanische Investoren.

Der Dollar notiert erstmals seit Ende Mai wieder über der Marke von 102 Yen. Händler begründeten dies mit Spekulationen auf eine weitere Lockerung der japanischen Geldpolitik.

Sowohl am Renten- als auch am Devisenmarkt waren die Umsätze wegen des US-Feiertages - die Wall Street blieb am Donnerstag geschlossen und wird am Freitag nur für wenige Stunden geöffnet - allerdings gering.

Quelle: n-tv.de

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