Wirtschaft
Den kalten Winter haben in den USA alle mitbekommen: Trotzdem hatten Analysten mit sehr viel mehr Stellenzuwachs gerechnet.
Den kalten Winter haben in den USA alle mitbekommen: Trotzdem hatten Analysten mit sehr viel mehr Stellenzuwachs gerechnet.(Foto: AP)

"Die Zahlen sind gar nicht so schlecht": Dow schließt robust im Plus

Im New Yorker Handel geht eine Phase der unsicheren Aussichten mit versöhnlichen Bewegungen zu Ende. Auf Wochensicht verzeichnen Anleger im Dow klare Gewinne. Der verhalten aufgenommene Job Report hinterlässt keine größeren Spuren.

Der unerwartet geringe Stellenaufbau in den USA hat US-Anleger vor dem Wochenende nicht aus dem Konzept gebracht. Die neue Wendung in der rechtlichen Bewertung der EZB-Krisenpolitik löste ebenfalls keine Beunruhigung aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 1,06 Prozent bei 15.794,08 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 1,33 Prozent auf 1797,02 Zähler zu. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,69 Prozent auf 4125,86 Stellen.

Im Wochenvergleich verbesserte sich der Dow um 0,6 Prozent, der S&P 500 um 0,8 Prozent und die Nasdaq um 0,5 Prozent. Dabei hatte die Woche mit beunruhigenden Signalen begonnen. Der US-Leitindex hatte am Montag unter dem Eindruck enttäuschender Konjunkturdaten einen Tagesverlust von rund 2 Prozent verzeichnet und damit das größte Minus seit vergangenem Juni.

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft lag im Januar bei 113.000. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Plus von 185.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote fiel mit 6,6 (Prognose: 6,7) Prozent aber geringer aus als erwartet.

"Die Zahlen sind gar nicht so schlecht", betonte David White, Händler beim Brokerhaus Spreadex. Schließlich sei die Arbeitslosenquote erneut zurückgegangen. Zudem machten nicht wenige Volkswirte insbesondere die eisigen Temperaturen im Januar für eine Verzerrung nach unten verantwortlich. Im Handelsverlauf gewannen daraufhin die Konjunkturoptimisten wieder die Oberhand.

"Wenn man sich die einzelnen Sektoren anschaut, wurden genau da Stellen geschaffen, wo die Stärke herkommen soll", sagte Marktstratege Quincy Krosby von Prudential Financial mit Blick auf Schlüsselbranchen wie die Industrie. Der Arbeitsmarkt ist von großer Bedeutung für den Kurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Welche Auswirkungen die schwächere Entwicklung der Beschäftigungszahl auf die Geldpolitik der Fed hat, hängt allerdings vor allem davon abhängen, wie die Notenbank selbst die Aussagekraft der Januardaten bewertet.

Für Aufsehen an der Wall Street sorgte unterdessen ein 14-prozentiger Kurssprung bei Expedia. Die Aktien des Buchungsportals stiegen zeitweise auf ein Rekordhoch von 75,45 Dollar, nachdem das Online-Reisebüro im vierten Quartal einen Gewinn von 0,92 (Prognose: 0,86) Dollar je Aktie bekanntgegeben hatte. Anziehende Hotelbuchungen sowie mehr Werbung hätten den Umsätzen des Unternehmens gehörigen Schub gegeben, hieß es.

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Linkedin brachen dagegen um 6 Prozent ein. Das Karriere-Netzwerk steigerte seinen Umsatz im Schlussquartal zwar knapp um die Hälfte auf 447 Millionen Dollar, verfehlte dennoch die Erwartungen der Investoren. Außerdem bezweifeln diese, dass das Unternehmen sein Wachstumstempo beibehalten und dauerhaft Gewinne erwirtschaften kann.

14 Milliarden für eigene Aktien

Technologiewerte erhielten durch Apple Auftrieb. Nach den Kursverlusten im Zuge der jüngsten Zahlenvorlage habe das Unternehmen für rund 14 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft, sagte Konzernchef Tim Cook dem "Wall Street Journal". Der Elektronikkonzern wolle damit den Glauben an die eigene Zukunft demonstrieren. Seit der Quartalsbilanz zum Weihnachtsquartal hatten die Papiere der Kalifornier insgesamt rund 8 Prozent verloren. Indes twitterte der Großinvestor Carl Icahn, dass Cook die Einführung neuer Produkte in neuen Kategorien noch in diesem Jahr bestätigt habe.

Die Titel des Videospielkonzerns Activision kletterten um mehr als 14 Prozent nach oben. Zwar gingen Umsatz und Gewinn zurück - in der schwankungsanfälligen Spielebranche sahen Analysten die Resultate aber als Erfolg. Papiere von News Corp zogen um rund 8,5 Prozent an - der Medienkonzern von Rupert Murdoch mit Zeitungen wie dem "Wall Street Journal" und der "New York Post" hatte im operativen Geschäft des zweiten Geschäftsquartals besser abgeschnitten als von Analysten erwartet.

Um 5,8 Prozent nach oben ging es für die Papiere von Gap. Der Einzelhändler hatte für das vierte Quartal einen unerwartet hohen Gewinn in Aussicht gestellt. Die Papiere der Ratingagentur Moody's stiegen nach erfreulichen Ertragszahlen um mehr als 4 Prozent und schlossen auf einem Rekordhoch.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,76 Milliarden Aktien den Besitzer. 2340 Werte legten zu, 672 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 1811 im Plus, 762 im Minus und 125 unverändert.

Der Euro profitierte von den Arbeitsmarktdaten und kletterte auf 1,3639 US-Dollar. Am Rentenmarkt stiegen richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen entsprechend um 5/32 Punkte auf 100 18/32 Punkte und rentierten mit 2,684 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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