Wirtschaft
Geformt aus Gold und Silber: Die Karlsbüste aus der Aachener Domschatzkammer.
Geformt aus Gold und Silber: Die Karlsbüste aus der Aachener Domschatzkammer.(Foto: dpa)

Gold und Silber geben nach: Rohöl stützt sich auf China

Kurz vor dem Wochenende geraten die Rohstoffmärkte noch einmal richtig in Bewegung: Bei den Edelmetallen rutschen die Preise mit den Fed-Aussagen weiter ab. Im Handel mit Rohöl müssen sich Anleger auf weitere Schwankungen einstellen.

Die jüngste Aufwärtsbewegung beim Ölpreis erweist sich als kurzlebig: Nach frühen Aufschlägen geben die Ölpreise vor dem Wochenende wieder deutlich nach: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostet am frühen Nachmittag 107,61 Dollar und damit rund 1,30 Dollar weniger als am Vortag. Am Morgen war der Preis zeitweise noch bis auf 109,09 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verringert sich in einer ähnlichen Bewegung um 65 Cent auf 95,67 Dollar.

Grund für die auffälligen Schwankungen sind die verschiedenen Signale aus wichtigen Verbraucherstaaten wie den USA und China. Am Markt werden die Konjunkturdaten und ihre Aussagekraft für die weitere Entwicklung auf der Nachfrageseite offenbar unterschiedlich bewertet. Die jüngsten Daten aus China - dem weltweit zweitgrößten Ölverbraucher nach den USA - deuteten zunächst auf eine anhaltend hohe Ölnachfrage hin. Die Stimmung in den Führungsetagen chinesischer Industrieunternehmen war im Oktober auf den höchsten Stand seit 18 Monaten gestiegen.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in China kletterte im Oktober auf 51,4 Punkte, nachdem Volkswirte nur einen Zuwachs auf 51,2 Punkte erwartet hatten. Werte über 50 Punkte deuten auf ein Wachstum hin. Der Indikator gibt damit Hinweise auf ein stärkeres Wachstum und auf eine stärkere Nachfrage nach Rohöl.

Die anziehende Produktion in China resultiert Beobachtern zufolge aus einer größeren Nachfrage sowohl aus dem In- wie aus dem Ausland. Damit deutet sich eine konjunkturelle Stabilisierung in China an. Die politische Führung in Peking versucht derzeit, den Umbau der rasch angewachsenen Wirtschaft voranzutreiben und nimmt dazu auch ein schwächeres Wachstum in Kauf. Das riesige Land soll unabhängiger von Exporten und der Konsum zu einer wichtigen Stütze des Wachstums ausgebaut werden.

Schwache Nachfrage in den USA?

Am Vortag hatten Belege für unerwartet hohe Rohöl-Lagerbestände in den USA die Preise am Weltmarkt leicht belastet. Die Daten hätten zeitweise Angst vor einem Überangebot geweckt, hieß es. Etwas stärker ging es zum Monatsende für die europäische Sorte Brent nach unten, die in den vergangenen Tagen von Förderunterbrechungen in Libyen profitierte. Weniger Öl aus dem Mittelmeerstaat stärkt in den Augen vieler Marktteilnehmer die Nachfrage nach Rohöl aus der Nordsee.

Am Markt für Edelmetalle haben Gold-Anleger am Freitag erneut Kasse gemacht: Das Edelmetall verbilligt sich um 0,7 Prozent auf 1313,20 Dollar je Feinunze. Damit notierte es aber immer noch knapp sieben Prozent über dem Niveau von Mitte Oktober. Als Grund für die aktuellen Kursverluste nannten Börsianer die anziehende US-Währung, die Gold für Investoren außerhalb der USA verteuert. Außerdem schmälerten ermutigende Konjunkturdaten die Attraktivität des "sicheren Anlagehafens".

Weitere größere Rücksetzer seien vorerst aber nicht zu erwarten, betonte Analystin Helen Lau vom Brokerhaus UOB-Kay Hian. So lange die US-Notenbank Fed ihre Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich nicht drossele, werde sich der Goldpreis voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau halten.

Ermuntert von der überraschend positiven Stimmung in den chinesischen Unternehmen greifen Anleger bei Industriemetallen zu: Kupfer verteuert sich um 0,5 Prozent auf 7287,5 Dollar je Tonne. Der in Shanghai gehandelte Future gewann 0,8 Prozent auf 52.240 Yuan (8564 Dollar) je Tonne. Anleger seien erleichtert, dass damit die Wahrscheinlichkeit einer von einigen befürchteten Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums sinke, sagte JPMorgan-Analyst Joel Crane.

Quelle: n-tv.de

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