Wirtschaft
Zerreißprobe für den Irak: Ein Mitglied der staatlich irakischen Sicherheitskräfte hält Ausschau nach Isis-Kämpfern.
Zerreißprobe für den Irak: Ein Mitglied der staatlich irakischen Sicherheitskräfte hält Ausschau nach Isis-Kämpfern.(Foto: REUTERS)

Isis-Truppen rücken vor: Öl und Gold sind gefragt

Die Lage im Irak bestimmt die Richtung an den Rohstoffmärkten. Während der Ölpreis sich auf hohem Niveau stabilisiert, rückt der Goldpreis - wie die Isis-Milizen im Irak - weiter vor.

Spannend bleibt es auch am Dienstag an den Rohstoffmärkten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent klettert auf ein Tageshoch von 114,36 Dollar. Grund sind Berichte, wonach die sunnitisch-islamistischen Terroristen im Irak die größte Raffinerie des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Ein Anstieg über die Marke von 115 Dollar sei allerdings kurzfristig nicht zu erwarten, so Andrey Kryuchenkov von VTB Capital. Am Nachmittag kostet ein Barrel Brent 114,19 Dollar. Der Preis für ein Fass WTI liegt bei 106,27 Dollar und damit ebenfalls in der Nähe seines Tageshochs.

Isis-Truppen rücken vor

Die islamistisch orientierten Kämpfer der Isis rücken seit rund zwei Wochen gewaltsam von Norden und Westen her auf Bagdad vor. Weite Teile des Landes sind unter der Kontrolle der sunnitischen Extremisten. Die selbst ernannten Gotteskrieger wollen langfristig über Landesgrenzen hinweg ein Kalifat im Nahen Osten errichten.

Einem Bericht des US-Senders CNN zufolge sollen mutmaßliche Isis-Kämpfer nun auch die größte irakische Ölraffinerie in Baidschi eingenommen haben. Das rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Ort Baidschi ist strategisch bedeutend. Dort ist neben der Raffinerie, von der viele Tankstellen des Landes Treibstoff bekommen, auch ein Elektrizitätswerk, von dem aus Bagdad und Mossul mit Strom versorgt werden.

"Der Irak steht vor einer existenziellen Bedrohung, und die irakischen Führer müssen dieser Bedrohung mit der gebotenen Eile begegnen", sagte US-Außenminister John Kerry bei einem überraschenden Irak-Besuch. Dies sei nicht in der kommenden Woche oder im kommenden Monat, sondern jetzt. "Isis kämpft, um den Irak zu teilen und zu zerstören", sagte Kerry. US-Präsident Barack Obama werde sich bei militärischen Schritten im Zweifel nicht davon abhalten lassen, dass die Bildung einer neuen Regierung noch nicht abgeschlossen sei.

Goldpreis auf Zweimonatshoch

Und auch der Goldpreis zieht wieder an und entfernt sich weiter von der 1300-Dollar-Marke. Er markiert mit einem Tageshoch von 1325,70 Dollar den höchsten Stand seit zwei Monaten.

Nach der erfolgreichen Verteidigung der 1300er-Marke habe der Goldpreis nach oben gedreht, heißt es von einem Marktteilnehmer. Der Preis könnte nun in den Widerstandsbereich zwischen knapp 1328 und 1331 Dollar hineinlaufen.

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Quelle: n-tv.de

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