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Leicht beschwingte Rohstoffmärkte: Kupferpreis fällt auf Mehrwochentief

Die EZB-Zinsentscheidung und die Ankündigung mehrere geldpolitischer Maßnahmen wirbelt auch die Rohstoffmärkte durcheinander. Aber der Trubel ist erst einmal vorbei, die Investoren wieder beruhigt. Für Kupfer gilt das aber nicht.

Die Ölpreise haben sich vor dem Pfingstwochenende am Freitag kaum bewegt. Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli 108,86 Dollar. Das waren sieben Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um vier Cent auf 102,52 Dollar.

Nachdem die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank die Kurse am Vortag für kurze Zeit kräftig schwanken ließen, stabilisierte sich die Lage am Ölmarkt rasch.

Kupfer runter, Gold so la la

Die Furcht der Anleger vor Störungen des Handels belasteten den Preis für Kupfer. Das Industriemetall verbilligte sich um bis zu 2,1 Prozent auf ein Vierwochentief von 6640 Dollar je Tonne.

Branchen-Insidern zufolge ermitteln chinesische Behörden wegen angeblichen Missbrauchs von Kupfer in Finanzgeschäften. Das Metall dient in China häufig als Sicherheit für Kredite. Die Untersuchungen sollen zeigen, ob einzelne Kupfer-Ladungen mehrfach als Sicherheit genutzt wurden.

"Wir gehen davon aus, dass sich die Lage entspannen wird, sobald Investoren ein klareres Bild davon haben, wie viel Metall in die Sache verwickelt ist und welche Schritte die Behörden unternehmen werden", schrieb Analyst Edward Meir vom Brokerhaus INTL FCStone in einem Kommentar.

Gold passte sich der Entwicklung der Ölpreise an. Nachdem es nach der Verkündung der EZB-Maßnahmen deutlich nach oben ging, stabilisiert sich die Feinunze um 1250 Dollar.

"El nino" und der Kakao-Preis

Spekulationen auf einen Angebotsengpass triebenden Preis für Kakao am Freitag erneut in die Höhe. Die in den USA und London gehandelten Terminkontrakte legten in der Spitze jeweils etwa ein Prozent zu und waren mit 3106 Dollar beziehungsweise 1963 Pfund Sterling je Tonne jeweils so teuer wie zuletzt vor gut zweieinhalb Jahren.

Börsianer befürchten ein Auftreten des Wetterphänomens "El Nino" und dadurch verursachte Ernteausfälle. "El Nino" gilt als Auslöser ungewöhnlicher Witterung in Nord- und Südamerika. In einigen Teilen des Kontinents führt er zu Überschwemmungen, während in anderen Regionen Regen ausbleibt.

Unklar sei zudem, wie die Ernte in Westafrika ausfallen werde, sagte Eric Sivry, Chef-Agrarhändler des Brokerhauses Marex Spectron. Verstärkt werde der Preisanstieg durch spekulativ orientierte Anleger.

Quelle: n-tv.de

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